Kardinal Reinhard MarxFoto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Kardinal Marx meint: Karl Marx hat nichts mit politischem Marxismus-Leninismus zu tun – der Millionen Tote forderte

Epoch Times2. Mai 2018 Aktualisiert: 3. Mai 2018 6:47
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx zu Wort gemeldet und sich als Befürworter einer "globalen Sozialen Marktwirtschaft" geoutet. Der Kapitalismus müsse "gezähmt und reformiert" werden. Deswegen habe Karl Marx in vielen Punkten recht gehabt.

Vor wenigen Tagen hatte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für dessen Kreuz-Erlass kritisiert und ihm vorgeworfen, damit für „Spaltung“ und „Unruhe“ zu sorgen.

Nun hat sich der Kirchenvertreter anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx zu Wort gemeldet und sich als Befürworter einer „globalen Sozialen Marktwirtschaft“ geoutet. Der Kapitalismus müsse „gezähmt und reformiert“ werden. Deswegen habe Karl Marx in vielen Punkten Recht gehabt.

Der Münchner Kardinal ist zudem der Meinung, dass man seinem Namensvetter Karl Marx Unrecht tue, wenn man alles Böse, was andere später in seinem Namen getan hätten, ihm zuschreiben würde. In den Schriften von Marx finde man zwar den ein oder anderen totalitären Gedanken, aber ihn in „direkte Verbindung zur Lehre des späteren politischen Marxismus-Leninismus oder gar zu den Straf- und Arbeitslagern im Sowjetreich“ zu bringen, sei falsch, erklärt der Erzbischof in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Auch durch keine Nachfragen des Redakteurs lässt sich der Kardinal in dem Interview herbei, Karl Marx böswillige Gedanken zuzuschreiben oder die Grundlage für politische Zwänge und Verfolgungen mit Millionen Toten gelegt zu haben.

Kardinal Marx, der das „Kommunistische Manifest“ gelesen hat und es „durchaus beeindruckend“ fand, will den 200. Geburtstag seines Namensvetters nicht feiern, aber „gedenken“. Immerhin sei die Katholische Soziallehre aus den Lehren von Marx entstanden. „Anstatt auf Sozialromantik oder Revolution zu setzen, sind wie ich viele Katholiken seit dem 19. Jahrhundert davon überzeugt, dass der Kapitalismus seine Schattenseiten hat, gezähmt und reformiert werden muss,“ so der Kirchenvertreter. Die Katholische Soziallehre sei zwar immer antimarxistisch, aber eben auch kapitalismuskritisch“, erklärt der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Dabei bleibe die wichtigste Idee von Karl Marx für ihn, „dass die Menschenrechte ohne materielle Teilhabe unvollständig bleiben.“ Die Pressefreiheit sei genauso wichtig wie der Auftrag, „dass alle genügend zu essen haben.“ Der Kapitalismus bringe als Schattenseiten „Ungleichheit“ und „Verarmung“ mit sich. Eine Gesellschaft dürfe sich nicht nur an Wohlstand und Profit orientieren.

Die katholischen Nachrichten „kath.net“ kommentieren dazu: „Marx, der finanziell gut abgesichert ist und monatlich durch den Steuerzahler mehr als 12.500 Euro Einkommen bekommt, warnt dann in dem Interview davor, nur auf ‚materielle Verbesserungen‘ zu schauen.“

Nein, Kardinal Marx schaut vor allem auch auf die Krisen, die wir durch den Kapitalismus durchmachen müssten und spricht in der FAZ von der „New-Economy-Krise, dann die Finanz- und Bankenkrise sowie die jetzt sichtbaren sozialen, politischen und ökologischen Folgen.“ Da plädiere er doch lieber für eine „globale Soziale Marktwirtschaft“.

(mcd)

Siehe auch:

Kritik an Kruzifix-Vorstoß: Kardinal Marx wirft Söder „Spaltung und Unruhe“ vor

Erika Steinbach: 8. Mai kein „Tag der Befreiung“

US-Doku: „Agenda 2: Die Meister der Täuschung“ – Ein „Trojanisches Pferd“ untergräbt die Freiheit


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