Angela MerkelFoto: Getty Images

Kipping wirft Bundesregierung Heuchelei vor: Berlin unterläuft selbst das Pariser Abkommen

Epoch Times3. Juni 2017 Aktualisiert: 3. Juni 2017 13:01
Kipping bezeichnet die Kritik an Donald Trumps Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen als "Heuchelei": Deutschland sei noch immer der globale Braunkohleweltmeister und liege, in absoluten Zahlen, sogar vor Indien oder gar China: "Das Versagen der Bundesregierung in der Klimapolitik kommt einem stillen Austritt aus dem Pariser Abkommen gleich," so die Vorsitzende der Linkspartei.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, kritisiert die deutsche Empörung über Donald Trumps Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen als Heuchelei.

„Die Bundesregierung sollte sich besser an die eigene Nase fassen. Wer die eigenen Klimaschutzziele verfehlt, Vereinbarungen über Abgasbegrenzungen bei Autos in der EU aktiv torpediert und Braunkohlemeilern eine jahrzehntelange Verschmutzungs-Garantie gibt, sollte sich Vorhaltungen gegen andere sparen“, schreibt sie in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Neues Deutschland“ (Online-Ausgabe).

Deutschland sei noch immer der globale Braunkohleweltmeister und liege, in absoluten Zahlen, sogar vor Indien oder gar China: „Das Versagen der Bundesregierung in der Klimapolitik kommt einem stillen Austritt aus dem Pariser Abkommen gleich.“

Deutschland sei daher kein Klimaschutzweltmeister ist, sondern „Weltmeister in der Klimaheuchelei.“ Die Linke fordere daher schon lange ein ökologisch nachhaltiges Kohleausstiegsgesetz für den Bund, das einen Strukturwandelfonds zur sozialen Absicherung der im Braunkohletagebau Beschäftigen beinhaltet, so Kipping.

Auch Umweltschutzministerin Barbara Hendricks habe vergangenes Jahr „einen halbwegs sinnvollen Plan“ zum schnellen Kohleausstieg vorgelegt, „der dann von Gabriels Wirtschaftsministerium und von Merkels Kanzlerinnenamt zerschossen wurde.“

Die Dramatik der Klimafrage habe eine derart historische Dimension, dass selbst die größte Parteien-Koalition im deutschen Bundestag sie nicht schultern könne. Dafür brauche es starke Proteste, wie sie für den Herbst 2017 zu den Verhandlungen über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in Bonn angekündigt seien. (dts)



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