Ein bei der Hochwasserkatastrophe zerstörtes Haus am Ufer der Ahr.Foto: Boris Roessler/dpa/dpa

Kläranlagen im Ahrtal beschädigt: Landesbehörden raten vom Kontakt mit Ahr-Wasser ab

Epoch Times31. Juli 2021 Aktualisiert: 1. August 2021 7:03
Das Hochwasser hat im Ahrtal enorme Schäden hinterlassen. Nicht nur zerstörte Häuser und Straßen sind ein Problem. Auch andere Infrastruktur wurde beschädigt wie etwa die Kläranlagen.

Seit der Hochwasserkatastrophe fließt anfallendes Abwasser ungereinigt und ungeklärt in die Ahr. Denn alle Kläranlagen im Ahrtal seien von den Überschwemmungen betroffen und beschädigt worden, teilte ein Sprecher der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz mit.

Fachleute klärten derzeit mit den Abwasserwerken, ob und wie Anlagen wieder in Betrieb genommen werden könnten. Man strebe zunächst an, zumindest eine mechanische Grundreinigung zu erreichen.

„Fokus liegt im Moment auf dem Seuchenschutz“

„Der Fokus vor Ort liegt im Moment auf dem Seuchenschutz“, sagte der Sprecher. So müsse zum Beispiel gewährleistet werden, dass „eine Vorflut“ bis in die Ahr besteht. Konkret heißt das, dass die Abwässer inklusive Fäkalien aus den Ortschaften geleitet werden müssen. Solange die Abwassersysteme nicht wieder wenigstens provisorisch repariert seien, werde Abwasser weiter ungeklärt in die Ahr fließen.

Noch lasse sich nicht sagen, wie belastet die Ahr momentan sei, sagte er weiter. Mit der Hochwasserwelle seien auch Schadstoffe in die Ahr gelangt. Daher raten Landesbehörden von Kontakt mit Ahr-Wasser ab, sofern dies aus Gründen der Aufräumarbeiten nicht zwingend erforderlich sei. Vorsichts- und Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen und wasserdichte Kleidung sollten eingehalten werden.

Kraftstoff, Chemikalien, Darm- und Colibakterien sowie Giftstoffe

„Dass Kraftstoff, Chemikalien, Darm- und Colibakterien sowie Giftstoffe in die Ahr geflossen sind, ist natürlich sehr wahrscheinlich“, teilte der Sprecher der Koblenzer Behörde weiter mit. Ein Messprogramm zur Überwachung der Ahr werde vermutlich nächste Woche zumindest an den bereits zugänglichen Messstellen starten.

Weiter routinemäßig überwacht werde die Wasserqualität des Rheins, in den die Ahr fließt. „Unseres Wissens sind aber bislang keine nennenswerten Auffälligkeiten gemeldet worden.“ Für die Rhein-Messstation Bad Honnef zum Beispiel sei gemeldet worden, dass bisher keine Auffälligkeiten, die auf den Ausfall der Kläranlage Sinzig oder auf größere Einträge von wassergefährdenden Stoffen zurückzuführen sein könnten, aufgetreten seien. (dpa)



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