Klöckner: Einheimische in Flüchtlingsdebatte nicht aus dem Blick verlieren

Epoch Times9. Juli 2016 Aktualisiert: 9. Juli 2016 10:18
Mit Blick auf den Erfolg der AfD sagte Klöckner: "Vielleicht ist es der CDU im Land wie im Bund nicht genug gelungen, den Menschen das Gefühl zu geben, dass wir ihre alltäglichen Probleme kennen."

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner (CDU) hat dazu aufgerufen, in der Debatte um die Versorgung von Flüchtlingen die einheimische Bevölkerung nicht aus dem Blick zu verlieren. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Aufmerksamkeit alleine nur noch auf Flüchtlingen und deren Unterstützung liegt", sagte sie im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Auch Einheimische, die es schwer haben, müssen spüren, dass wir sie nicht vergessen."

Es gebe viele Familien, die knapsen müssten, um über die Runden zu kommen, Alleinerziehende, die nach bezahlbaren Wohnungen suchen. Mit Blick auf den Erfolg der AfD sagte sie: "Vielleicht ist es der CDU im Land wie im Bund nicht genug gelungen, den Menschen das Gefühl zu geben, dass wir ihre alltäglichen Probleme kennen." Und: "Wir alle müssen besser die verschiedenen Lebenswirklichkeiten der Leute im Blick haben."

Konservativ zu sein bedeute, "dass wir den Wandel so gestalten, dass die Menschen keine Angst davor haben", so Klöckner. Die AfD sei nicht konservativ, "sie ist reaktionär, will zu einem vormodernen Zustand zurück". Die Partei beherrsche es meisterhaft, "Ängste zu benennen, die bis dahin keiner hatte".

Die Verantwortung für das Erstarken der AfD trage allerdings Rot-Grün, betonte die CDU-Politikerin. "Als ich das diskriminierende Frauenbild einiger arabischer Männer oder die Vollverschleierung von Frauen als integrationshemmend kritisiert habe, wurde mir von Rot-Grün reflexartig vorgeworfen, das sei fremdenfeindlich", sagte Klöckner. "Diese Grundhaltung führt dazu, dass Bürger das Gefühl bekommen: Das politisch Korrekte entspricht nicht meiner Alltagswahrnehmung."

(dts Nachrichtenagentur)

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