Kölns Polizisten ließen Interna durchsickern, um die Falschdarstellung ihres Polizeipräsidenten zu entlarven.Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

Kölns Polizisten packen aus: „Die meisten waren frisch eingereiste Asylbewerber“

Epoch Times7. Januar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 20:48
Kölns Polizisten reicht es: Immer mehr von ihnen sprechen mit Journalisten, weil Polizeipräsident Albers aus ihrer Sicht gelogen hat. Die „Welt am Sonntag“ veröffentlichte nun Aussagen, wonach Beamte während der Silvester-Krawalle viele Personen kontrolliert hätten – und viele von ihnen seien Syrer gewesen, die sich mit Papieren des BAMF als Flüchtlinge auswiesen. Auch hätten die Täter hauptsächlich Sex gesucht – Klauen sei Nebensache gewesen.

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers hatte am Dienstag gesagt: Man wisse nicht, um wen es sich bei den Tätern handele, die an Silvester massenhaft Jagd auf Frauen machten, diese sexuell attackierten und Passanten ausraubten.

Kölner Polizisten sagten nun der Welt am Sonntag: "Es wurden, anders als öffentlich dargestellt, sehr wohl von zahlreichen Personen die Personalien aufgenommen", die sich am Bahnhof aufhielten.

Rund 100 Personen seien kontrolliert worden; etliche von ihnen seien der Wache zugeführt und in Gewahrsam genommen worden. Bislang habe die Kölner Polizeispitze nicht einmal berichtet, dass die Polizei in der Nacht Täter fest oder in Gewahrsam nahm.

Zwar war von Nordafrikanern die Rede gewesen. Personenkontrollen ergaben jedoch: "Nur bei einer kleinen Minderheit handelte es sich um Nordafrikaner, beim Großteil der Kontrollierten um Syrer."

"Die meisten waren frisch eingereiste Asylbewerber“, so die Polizisten. „Sie haben Dokumente vorgelegt, die beim Stellen eines Asylantrags ausgehändigt werden."

Die nordafrikanischen Diebes- und Antänzerbanden waren zuächst als Tätergruppe genannt worden – offenbar wollten Albers und OB Reker bei ihrer Pressekonferenz verhindern, dass der Verdacht auf frisch eingereiste Asylbewerber fiel.

Es ging um Sex – Klauen war Nebensache

Punkt 2 den die Polizisten klarstellen: Es wurde behauptet, den Tätern sei es primär um das Bestehlen von Passanten gegangen und „sexuelle Belästigungen“ hätten nur nebenbei stattgefunden. „In Wirklichkeit verhielt es sich genau umgekehrt", so die Polizisten. „Vorrangig ging es den meist arabischen Tätern um die Sexualstraftaten oder, um es aus ihrem Blickwinkel zu sagen, um ihr sexuelles Amüsement. Ein Gruppe von Männern umkreist ein weibliches Opfer, schließt es ein und vergreift sich an der Frau."

„Welt am Sonntag" zitierte ein internes Polizei-Papier, das diese Aussage stüzt. Auch hier heißt es, dass es sich bei einem Großteil der Täter um Asylbewerber handelte: „Bei den durchgeführten Personalienfeststellungen konnte sich der überwiegende Teil der Personen lediglich mit dem Registrierungsbeleg als Asylsuchender des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ausweisen. Ausweispapiere lagen in der Regel nicht vor."

Auch GdP widerspricht 

Innenminister de Maizière hatte nach den Exzessen Kölns Polizei dafür kritisiert, dass sie nicht professionell vorgegangen sei.

Arnold Plickert, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen, verteidigte seine Kollegen. Gegenüber der "Welt am Sonntag" sagte er: „Es ist schlicht falsch, dass die Polizei in der Nacht niemanden festgenommen oder in Gewahrsam genommen hätte." Nach seiner Kenntnis wurden „in mindestens in 80 Fällen Personalien kontrolliert, Menschen festgenommen oder in Gewahrsam genommen."

"Dass die Kollegen nun anonym Informationen an die Öffentlichkeit durchstechen, kann ich gut verstehen“, so Plickert. „Sie wollen mit den verbreiteten Falschmeldungen aufräumen und sich wehren. Manche Beamte haben mir schon mitgeteilt, sie fühlten sich, als seien sie die Täter."

Laut Einsatzbericht wurden zwischen der Silvesternacht um 22 Uhr und Neujahr um 5 Uhr morgens von der Kölner Polizei 71 Personalien festgestellt, elf Menschen in Gewahrsam genommen und 32 Strafanzeigen gestellt. Außerdem gab es vier Festnahmen, so das Blatt. Die Daten wurden im Cebius-System der Einsatzleitstelle der Polizei dokumentiert.

(rf)

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