Kommt der Militärimam für die Bundeswehr? Österreich hat ihn, und Liberale Muslime warnen davor

Epoch Times30. September 2015 Aktualisiert: 30. September 2015 19:09
Strategisch gesehen könnte dies der erste Schritt für die Bewaffnung und Ausbildung verdeckter Islamisten und IS-Schläfer im Heer sein, denn einen Seelsorger, wie wir ihn kennen, gibt es im Islam nicht. Wozu dann ein "Militärimam"? In Österreich schlugen die Liberalen Muslime mit einem offenen Brief Alarm.

Vor wenigen Tagen stand ein Berliner Imam wegen des Vorwurfes sexueller Belästigung vor Gericht und wurde freigesprochen. Doch nur wenige Tage danach kam die Polizei wieder zu ihm, um ihn zum Vorwurf zu befragen, er habe IS-Kämpfer rekrutiert. Der so beschuldigte radikale Vorbeter Abdel Qader D. stritt die Vorwürfe ab, wie "Bild" berichtete. Kurioserweise musste das 400 Mann starke Einsatzkommando der Polizei zur Razzia in der Moschee in Socken kommen: Schuhverbot.

Doch nur wenige wissen, dass die deutsche Bundeswehr auch gedenkt, einen Militärimam für die muslimischen Soldaten einzustellen und noch weniger wissen, dass dies im Islam eher unüblich ist und nur in wenigen Scharia-Staaten praktiziert wird.

Der Militärimam und die "gesellschaftliche Vielfalt"

In Österreich gibt es ihn seit Juni diesen Jahres, den Militärimam des Bundesheeres. Jetzt wandte sich die Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ) in einem offenen Brief warnend an den österreichischen Verteidigungsminister Gerald Jung, diesen Schritt rückgängig zu machen und spricht dabei von einer großangelegten Täuschung und der dringenden Gefahr der Unterwanderung des Heeres durch „radikale Muslimbrüder oder IS-Sympathisanten“. Auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, einen Militärimam in der Bundeswehr zu installieren.

Im Mai wurde eine "Zentrale Ansprechstelle für Soldatinnen und Soldaten anderer Glaubensrichtungen am Zentrum Innere Führung in Koblenz geschaffen. Sie soll als Anlaufstelle für Fragen, Anregungen und Probleme der Soldaten/innen und als Verbindungsglied zwischen Vorgesetzten und Soldaten/innen in Glaubensfragen und damit in Zusammenhang möglicherweise auftretenden Problemen vermitteln. Eine seelsorgerische Tätigkeit soll sie aber nicht ausüben.

Im April 2013 hatten Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag im Bundestag eingebracht. Mit dem Papier "Gesellschaftliche Vielfalt in der Bundeswehr anerkennen" forderten sie die Schaffung einer Imam-Stelle in der Bundeswehr, schrieb das "Bundeswehr Journal". Der Antrag wurde abgelehnt. 2014 sprach sich der Zentralrat der Muslime erneut für einen Militärimam aus. Der Vorsitzende Aiman Mazyek wurde von der "Huffington Post" zitiert: „Wir brauchen muslimische Seelsorger in der Bundeswehr“. Nun kann man natürlich nicht jedem eine böse Absicht unterstellen. Viele Muslime versuchen sicherlich einer guten Integration Sorge zu tragen und für ihre jungen Glaubensgenossen eine Möglichkeit des friedlichen Miteinanders anzubieten. Doch leider gibt es auch die andere Seite, die ständig versucht die bestehenden Strukturen für radikale Zwecke auszunutzen, zum Leidwesen aller, die ein gemeinsamen Miteinander oder Nebeneinander anstreben.

Muslime in der Bundeswehr

Nachdem die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland seit dem 01. Juli 2011 abgeschafft wurde, wurde die Bundeswehr zur Freiwilligenarmee, die Truppenstärke von 225.000 auf jetzt 180.000 herabgesetzt. Schon im März desselben Jahres brachte die Innere Führung der Bundeswehr ein Arbeitspapier „Deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens in der Bundeswehr“ [Download] heraus. In Deutschland befürwortete 2011 der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime die Einführung der Militär-Imam. Derzeit gibt es nach Schätzungen 1.600 muslimische Soldaten in der Bundeswehr.  

Kantinenessen ohne Schweinefleisch, entsprechende Verpflegungspakete bei Feldübungen, großzügige Handhabe muslimischer Feiertags- und Gebetszeiten usw., in einer Demokratie wird vieles toleriert und auf die Bedürfnisse der muslimischen Soldaten der Bundeswehr eingegangen. Doch im Gegensatz zu den jeweils 90 Militär-Seelsorgern für Katholiken und Protestanten haben die Muslime im deutschen Heer bisher keine solche Seelsorge. 

Es gibt keine Seelsorger im Islam, auch nicht im Militär

Aus westlicher Sicht entspräche der Militärimam also einem Militär-Seelsorger für die christlichen Soldaten. Nach dieser Logik wäre ein Militär-Imam also nur gerecht. Wenn da nicht fundamentale Unterschiede in den Denkweisen und Verständnissen wären, die eigentlich nur ein Insider wissen kann…

Wenn also der Militärimam dem christlichen Militär-Pfarrer entspräche, wäre dem nichts entgegenzusetzen, doch dem ist nicht so: Der alarmierende Offene Brief der Liberalen Muslime Österreich zeigt einige warnende Überlegungen hinsichtlich der Militärimam-Thematik, die sich nur aus muslimischer Sicht betrachtet zeigen. Einer Sicht, die dem Westeuropäer normalerweise verborgen bleibt, denn einen Seelsorger in dieser Form gibt es im Islam eigentlich nicht, so die Vereinigung (s.u.).

Militärimame bisher im Westen

In der Schweiz forderte Anfang 2009 der Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen einen Militär-Imam, die Forderung wurde 2011 zurückgewiesen. In Österreich wurden solche Militär-Imame früher in der KuK-Monarchie nach der Okkupation von Bosnien und Herzegowina eingeführt, verschwanden aber nach dem ersten Weltkrieg wieder. Seit 2008 wurden zwei Militär-Imame geplant, zu der Zeit hatte Österreich etwa 1.000 muslimische Grundwehrdienstleistende im Bundesheer. Im Juni 2015 wurde ein Militärimam in Österreich eingesetzt. In der britischen und französischen Armee gibt es bereits mehrere Militär-Imame, in Deutschland bisher noch nicht. (sm)

Hintergründe: Offener Brief an Verteidigungsminister Klug: Liberale Muslime Österreich schlagen Alarm und fordern Absetzung des Militärimams

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