Kramp-Karrenbauer will CDU-Debatte über vorgeburtliche genetische Bluttests

Epoch Times7. April 2019 Aktualisiert: 7. April 2019 10:06
Sollen vorgeburtliche Gentests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden? Die CDU-Chefin will innerhalb ihrer Partei darüber debattieren.

Die CDU ringt um ihre Position zu vorgeburtlichen genetischen Bluttests. Nach einer kontrovers verlaufenden fraktionsoffenen Sitzung der Unionsbundestagsfraktion am Mittwoch ließ die Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer die Tagesordnung der nächsten Präsidiumssitzung ändern.

Nun soll die Parteiführung darüber beraten, ob die vorgeburtliche Gentests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen. Diese bestätigte eine Sprecherin der „Welt am Sonntag“.

Kramp-Karrenbauer strebt nach Informationen der Zeitung keine Festlegung auf eine Parteilinie an, möchte die Debatte aber innerhalb der CDU führen. Viele Christdemokraten befürchten, dass vorgeburtliche genetische Bluttests als Kassenleistung zu einem Anstieg der Abtreibungen behinderter Kinder führen.

Bereits jetzt sind Bluttests im Handel, mit denen Trisomie 21, das so genannte Down Syndrom, gesucht wird. Der „Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und Patientenbeauftragten“ will voraussichtlich im Herbst darüber entscheiden, ob die vorgeburtlichen Bluttests auf Down Syndrom Kassenleistung werden sollen.

Am Donnerstag wird der Bundestag in einer Debatte darüber beraten. Auch der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Ralph Brinkhaus, äußerte sich nach der fraktionsoffenen Sitzung alarmiert: „Das Thema Bluttests ist der Vorbote von vielen Debatten, die wir in den nächsten Jahren führen werden. Die medizinisch-ethischen Fragen werden die Art und Weise, wie wir und nach welchen Werten wir leben, massiv hinterfragen“, sagte Brinkhaus der „Welt am Sonntag“.

Die SPD-Abgeordnete Dagmar Schmidt, die selbst Mutter eines Sohnes mit Trisomie 21 ist, fordert in der Zeitung, die Entscheidung nicht nur im Fachgremium zu treffen, sondern im Parlament zu debattieren: „Wir müssen eine ethische Debatte über die Grenzen des Machbaren führen: Was können wir erkennen, was wollen wir erkennen und wie gehen wir mit diesem Wissen um?“

Die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen, Corinna Rüffer, sagte der „Welt am Sonntag“: „Wir müssen weg von der Frage der Kassenzulassung hin zu einer ethischen Debatte darüber, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Wollen wir eine Gesellschaft, in der nur noch gesunde und leistungsfähige Kinder geboren werden und die anderen vorgeburtlich aussortiert werden?“ (dts)

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