Heute sind mehr als acht von zehn Beamten in Deutschland privat krankenversichert.Foto: Marijan Murat/dpa

Krankenversicherung: „Kräftige Beitragserhöhungen“ bald auch für Selbständige und Beamte?

Epoch Times21. April 2019 Aktualisiert: 21. April 2019 18:38
Seit 1991 ist ein "überproportional starkes Ausgabenwachstum" der Gesetzlichen Krankenversicherung zu verzeichnen, so eine Studie. Die Frage, wie die Ausgaben aufgefangen werden können, ist aktueller denn je. Auch Privatversicherte könnte eine Beitragserhöhung treffen.

Aus einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft geht hervor, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in krassem Missverhältnis zu den Einnahmen stehen. Wenn bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, drohen schon bald starke Beitragserhöhungen.

Seit 1991 sind die Ausgaben je Versichertem jedes Jahr um durchschnittlich einen Prozentpunkt stärker gestiegen als die Einnahmen pro Kopf“, so eine unveröffentlichte Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft, die der „Rheinischen Post“ bereits vorliegt.

Das Einkommen der Beitragszahler konnte mit den Ausgaben der Krankenversicherung nicht  Schritt halten.

Auch wenn die Beitragseinnahmen seit drei Jahrzehnten stabil seien, so sei ein „überproportional starkes Ausgabenwachstum“ zu verzeichnen, teilt Jochen Pimpertz für das Institut der deutschen Wirtschaft mit. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Babyboomer-Generation der 1960-er Jahre in naher Zukunft in die Rente geht und weniger Beiträge in die GKV fließen.

Der Ökonom Pimpertz fordert eine dringend notwendige Prüfung der Ausgaben und Beseitigung der „Fehlanreize im Gesundheitssystem“.

Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt:

Künftig dürften kräftige Beitragssatzerhöhungen drohen, wenn bei den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen nicht gegengesteuert wird.“

Die Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben der Krankenversicherung ist indes auch bei den Politikern in Berlin angekommen.

Von einer Einsparung am Gesundheitssystem und gesundheitserhaltenden Maßnahmen kann jedoch keine Rede sein. Vor allem die Krebsbehandlungen von 100.000 Euro pro Patient müssen wie alle medizinischen Fortschritte allen zugutekommen, so SPD-Vize Karl Lauterbach. Er sagt:

Wir können es uns nicht länger leisten, dass sich Beamte und Selbstständige nicht an der Finanzierung des Systems beteiligen.“

FDP-Vize Michael Theurer sieht Potenzial in der Einsparung im Gesundheitssystem ohne die Kürzung von Leistungen. Durch höhere Gesundheitsausgaben und steigende Krankenversicherungsbeiträge könnten die Kosten für die Arbeitnehmer stark anwachsen, so dass Behandlungen im Ausland die Folge sein könnten. Daher plädiert Theurer für eine Abschaffung der voll paritätisch finanzierten Krankenversicherung und für mehr Wettbewerb der Kassen um Zusatzbeiträge. (sua)

 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion