Krefeld: Raubmord an Rentner (79) – Polizei warnt vor „Zigeuner“-Frauen

Von 31. Oktober 2016 Aktualisiert: 31. Oktober 2016 12:29
Am vergangenen Mittwoch wurde ein älterer Mann (79) in Krefeld von bisher Unbekannten ermordet und beraubt. Kurz vor seinem Tod erzählte er einer ihm bekannten Familie vom Besuch zweier "Zigeunerweiber", wie er sich ausdrückte. Diese hatten großes Interesse an seinen Antiquitäten gezeigt und boten ihm an, für ihn zu putzen. Doch außer diesen hatte der Mann kaum etwas, seit drei Monaten war der Strom aus, er kochte Kaffee auf Teelichtern...

Werner Landscheidt ist tot. Der 79-jährige Rentner wurde am vergangenen Mittwochabend, 26. Oktober, leblos in seiner Wohnung in der Drießendorfer Straße in Krefeld aufgefunden.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei letzten Freitag wurde bekannt gegeben, dass der Senior wenige Tage vor seinem Tod Kontakt zu zwei Frauen hatte, die er Bekannten gegenüber als „Zigeunerweiber“ bezeichnete. Die Frauen hatten ihn in seiner Wohnung besucht.

Mehrere Fälle mit jungen „Zigeunerinnen“

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, seien in jüngerer Vergangenheit im Raum Krefeld mehrere Fälle bekannt geworden, in denen junge Frauen, die als „Zigeunerinnen“ beschrieben wurden, mit älteren Herren in Kontakt traten und sie in ihren Wohnungen aufsuchten.

Später hätten diese die Senioren auf verschiedene Weise hintergangen und bestohlen, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in der Pressekonferenz. Die Ermittler raten zur Vorsicht. Sie gehen davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer solcher Besuche gebe.

Der Besuch der „Zigeunerinnen“

So besuchten auch zwei „Zigeunerinnen“ den alten Herrn Landscheidt. 14 Tage vor seinem Tod erzählte er Bekannten von den mysteriösen Frauen.

Er beschrieb gegenüber einer befreundeten Familie eine der Frauen als um die 20 und mit blonden Haaren, die offenbar gefärbt waren. Sie kam zuerst allein zu dem alten Herrn, klingelte an dessen Tür. Als die junge Frau in seiner Wohnung war, sah sie dessen zahlreiche antike Gegenstände dort und sei vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen gewesen, so die Schilderungen des späteren Opfers.

Zwei Tage später berichtete Werner Landscheidt von einem zweiten Besuch. Diesmal sei eine rund 40-jährige Frau in Begleitung der 20-Jährigen gekommen. Auch die ältere „Zigeunerin“ habe die Einrichtung gelobt und großes Interesse an den Gegenständen gezeigt.

Keine Einigung: neuer Termin

Die beiden Frauen baten den Rentner, bei ihm Putzen zu dürfen, was dieser jedoch ablehnte. Sie starteten einen neuen Anlauf und fragten ihn, ob sie seinen angeblich sehr dreckigen Teppich mitnehmen dürften, um ihn reinigen zu lassen. Doch Landscheidt blockte ab. Man einigte sich auf ein erneutes Treffen am Freitag, den 21. Oktober um 16 Uhr.

Die Bekannten des Rentners rieten ihm, die Polizei zu informieren, den Frauen nicht mehr die Tür zu öffnen. Er habe jedoch abgewiegelt und gesagt, dass ihm schon nichts passiere. Dann sagte er noch:

Ich weiß mich schon zu wehren.“

(W. Landscheidt, Rentner, ermordet)

Dennoch verließ der Rentner sicherheitshalber vor dem Termin die Wohnung und war somit für die „Zigeunerinnen“ nicht mehr erreichbar. Über einen weiteren Kontakt weiß die Polizei nichts.

Tod am Dienstag

Nach bisherigen Ermittlungen muss der Tod im Laufe des Dienstags eingetreten sein. Gegen 10 Uhr vernahm eine Nachbarin noch die gewohnten Geräusche aus der Wohnung des Seniors. Am Mittwochabend fanden die Beamten die Leiche des alten Mannes, als sie die Tür von einem Schlüsseldienst öffnen ließen.

Der 79-Jährige war an Händen und Füßen mit Paketband gefesselt und diese wurden dann zusätzlich miteinander verbunden. Mehrere Lagen des Paketbands waren um seinen Kopf gewickelt, Mund und Nase verdeckend.

Werner Landscheidt ist elendig erstickt.“

(Werner Hoffmann, Leiter der Mordkommission)

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Opfer war kein Vermögender

Der Rentner war kein vermögender Mann. Seit drei Monaten lebte er ohne Strom, weil er die Rechnung nicht zahlen konnte. Seinen Kaffee kochte er auf Teelichtern, die Wäsche wusch er in der Badewanne. Seine schwierige Situation habe man ihm auch äußerlich angesehen, so Gerhard Hoffmann laut „RP“.

Seit Jahren ging der alte Mann zu Pfandleihern, bot ihnen seine Antiquitäten an. Laut Oberstaatsanwalt Stahl soll der Senior so „Zigtausende Euro“ bekommen haben. Das Geld brauchte er für seinen Lebensunterhalt, um seine schmale Rente als Fliesenleger aufzubessern.

Zeugenaufruf der Polizei

Über den Umfang der Beute ist bislang nichts bekannt. Das große blaue Portemonnaie des Rentners jedenfalls ist nicht auffindbar, könnte sich aber nach Angaben der Polizei auch noch irgendwo in der Wohnung befinden.

Oberstaatsanwalt Axel Stahl appelliert an die Bevölkerung, bei der Aufklärung des Falls mitzuhelfen. Jede noch so unwichtig erscheinende Auffälligkeit könne helfen und sollte gemeldet werden. Die Behörden sprechen dabei besonders ältere Herren an, die von jungen Frauen ausländischer Herkunft angesprochen worden sind oder Bürger, die ähnliche Fälle kennen oder Verdächtiges bemerkten.

Entsprechende Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon 02151 / 6340.

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