Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer nimmt am 3. Juli 2020 an einer Pressekonferenz zum Ausstiegsrecht für Kohle in Berlin teil.Foto: JOHN MACDOUGALL / POOL / AFP über Getty Images

Kretschmer fordert eigenes Profil der Union im Bundestagswahlkampf

Epoch Times15. Januar 2021 Aktualisiert: 15. Januar 2021 11:19
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält es für einen "riesigen Fehler", wenn etwa beim Programm der CDU gleich ein Bündnis mit den Grünen mitformuliert werde. "Die CDU tritt für ihre Ziele an", betonte er.

Kurz vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ein klares Profil seiner Partei im anstehenden Bundestagswahlkampf gefordert. Es dürfe nicht gleich in Koalitionen gedacht werden, sagte Kretschmer am Freitag vor Journalisten. Er halte es für einen „riesigen Fehler“, wenn etwa beim Programm gleich ein Bündnis mit den Grünen mitformuliert werde. „Die CDU tritt für ihre Ziele an“, betonte er.

Der „natürliche Koalitionspartner“ der Union seien zudem nicht Grüne oder SPD, sondern die FDP, zeigte sich Kretschmer überzeugt. Das werde bei dem Parteitag zur Wahl des neuen Vorsitzenden „bestimmt den ein oder anderen Delegierten beeinflussen“. Kretschmer spielte damit offensichtlich auf Äußerungen des Vorsitzkandidaten Norbert Röttgen an, der sich gegen eine Koalition mit den Liberalen nach der Bundestagswahl im Herbst ausgesprochen hatte.

Lobende Worte fand der Ministerpräsident dagegen für die beiden anderen Kandidaten, Armin Laschet und Friedrich Merz. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet habe Regierungserfahrung und könne wie Merz den Menschen zuhören. Über den früheren Unionsfraktionschef Merz sagte er mit Blick auf dessen hohe Beliebtheitswerte in Ostdeutschland, dieser verstehe, wie die Menschen dort tickten. Er habe seinen eigenen Standpunkt, könne aber zuhören, „das ist eine große Gabe“.

Kretschmer lobte auch ausdrücklich die Arbeit der scheidenden Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie habe einen „neuen Stil der Bescheidenheit und Demut in dieses Amt“ gebracht. Sie sei eine „wichtige deutsche Politikerin“ und werde es hoffentlich noch lange bleiben.

Der erste Digital-Parteitag der CDU startet am Freitagabend mit einer Rede Kramp-Karrenbauers und einem Grußwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel, am Samstag ist die Wahl des neuen Parteivorsitzenden geplant. Über den Kanzlerkandidaten der Union wollen CDU und CSU vermutlich erst im Frühjahr entscheiden. Neben dem neuen CDU-Vorsitzenden könnte auch CSU-Chef Söder bei der Bundestagswahl für die Union ins Rennen gehen, spekuliert wurde zuletzt auch über eine Kandidatur von Gesundheitsminister Jens Spahn. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion