Die heimische Wirtschaft stärken
Kretschmer: „Russland muss perspektivisch wieder Handelspartner sein“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will die Sanktionen gegen Russland auch aus dem eigenen ökonomischen Interesse betrachten. Die Parole „Nie wieder Russland“ sei falsch.

In der chemischen Industrie werden Erdgas und Erdöl nicht nur als Energieträger, sondern auch als Ausgangsstoffe für die Produktion von Grundstoffen oder Düngemitteln benutzt.
Foto: vichie81/iStock
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dringt darauf, in Zukunft wieder Energie aus Russland zu beziehen.
„Wir müssen die Sanktionen gegen Russland auch aus dem eigenen ökonomischen Interesse betrachten“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Unser Interesse muss sein, nach einem Waffenstillstand wieder in Energielieferungen aus Russland einzutreten. Wirtschaftsbeziehungen erhöhen auch unsere Sicherheit.“
Kretschmer: Parole „Nie wieder Russland“ sei falsch
Kretschmer fügte hinzu: „Russland muss perspektivisch wieder Handelspartner sein – ohne dass wir in eine neue Abhängigkeit kommen.“ Die Parole „Nie wieder Russland“ sei falsch.
Europa sei nicht mehr Akteur, sagte der Ministerpräsident. „Wir liefern Waffen an die Ukraine, werden sicher auch den Wiederaufbau unterstützen, können aber nichts mitbestimmen.“ Von ihrem Wettbewerbsvorteil – Energie zu günstigen Preisen – hätten sich die Europäer verabschiedet.
Die Wirtschaft stärken
Auf die Nachfrage, ob er sich von Russlands Präsidenten Wladimir Putin nicht bedroht fühle, entgegnete Kretschmer: „Russland hat ein anderes Land angegriffen. Daher müssen wir uns verteidigungsfähig aufstellen. Und das gelingt nur, wenn wir wirtschaftlich stark sind.“
Infolge des Ukraine-Krieges verhängte die EU weitreichende Sanktionen gegen Moskau. Pipeline-Gas und Öl aus Russland werden inzwischen nicht mehr nach Deutschland geliefert. Im Oktober einigten sich die EU-Länder darauf, die verbliebenen Erdgas-Importe aus Russland bis Ende 2027 auslaufen zu lassen. (dts/afp)
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