Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert will 20121 für den Bundestag kandidieren.Foto: Andreas Arnold/dpa/dpa

Kühnert verteidigt Chebli-Kandidatur in Berliner Wahlkreis

Epoch Times31. August 2020 Aktualisiert: 31. August 2020 18:36

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert hat sich gegen Kritik an der Kampfkandidatur seiner Parteifreunde Sawsan Chebli und Michael Müller im Berliner Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf gestellt. „Es ist absolut legitim, dass Sawsan Chebli antritt. So wie jede andere Kandidatur auch legitim ist“, sagte Kühnert der RTL/n-tv-Redaktion.

Kandidaten seien einzig an ihren Positionen und Persönlichkeiten zu messen. „Alle Versuche, eine Kandidatur zu delegitimieren, sei es, weil die Person aus einem anderen Kreisverband kommt, sei es, weil sie angeblich die Mitarbeiterin eines Mitbewerbers wäre, sind ganz schlimme paternalistische und onkelhafte Argumentationen, die mit demokratischem Wettbewerb nichts zu tun haben.“

Kühnert trat Berichten entgegen, wonach es in der Berliner SPD viel Kritik an Chebli gebe. Ihm sei im Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf keine Basisbewegung bekannt, die ihr von der Kandidatur abrieten. „In einer Partei, die sich nicht erst seit gestern Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben hat, würde es mich sehr ins Nachdenken bringen, wenn ein breiterer Teil der Mitgliedschaft es für unangemessen hielte, wenn gegeneinander kandidiert wird – und noch dazu von einer Frau gegen einen Mann.“

Eine eigene Verantwortung für die vertrackte Situation wies der Juso-Bundesvorsitzende zurück. Er kandidiert für die SPD in Tempelhof-Schöneberg für den Bundestag – jenem Bezirk, in dem auch der Regierende Bürgermeister Müller antreten wollte. Müller und er hätten das einvernehmlich gelöst. „Es ist wie immer in der Politik: Mehr Kommunikation sorgt für schnellere und bessere Ergebnisse“, so Kühnert.

Wenn nun mehrere für dieselben Ämter kandidieren wollten, sei das nichts Anrüchiges. „Das ist nicht immer ein Ausdruck davon, dass schlechtes politisches Management geherrscht hat, sondern einfach davon, dass es demokratische Auswahl gibt. Das muss man dann aushalten.“ (dts)

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