Künast kritisiert Merkel-Treffen mit Lebensmittelhandel – Deutsche Bauern verdienen im EU-Vergleich wenig

Epoch Times4. Februar 2020 Aktualisiert: 4. Februar 2020 11:59
Die Grünen-Politikerin Renate Künast sieht in dem gestrigen Treffen von Merkel mit dem Handel nur eine weitere Maßnahme zur Beruhigung der aufgebrachten Landwirte. Die Schuld für die Preispolitik ist nicht allein beim Lebensmittelhandel zu suchen, so Künast.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat scharfe Kritik an dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern der großen Supermarktketten geübt. Die Bundesregierung habe nie beabsichtigt, „konkrete Ergebnisse“ bei dem Treffen zu erzielen, sagte Künast der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsaugabe).

Wie schon bei der „Bauernmilliarde“ sei es der Regierung vor allem darum gegangen, „die aufgebrachte Landwirtschaft kurzfristig zu beruhigen“.

Die große Koalition hatte kürzlich beschlossen, die Landwirte mit einer Milliarde Euro bei Umsetzung der verschärften Düngeregeln zu unterstützen. Bei dem Treffen am Montag ging es um die Preispolitik im Lebensmitteleinzelhandel. Aus der Landwirtschaft gibt es massive Beschwerden über die im europäischen Vergleich sehr niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland.

Künast sagte, dass es nicht reiche, die Verantwortung für die Niedrigpreise allein beim Handel zu suchen. Auch die Lebensmittelindustrie und Restaurantketten verfügten über große Marktmacht: „Faire Preise für nachhaltige Produkte sind eine Aufgabe der gesamten Ernährungsbranche.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach sich unterdessen gegen eine staatliche Regulierung der Lebensmittelpreise aus. Bestehende Missstände müssten abgestellt werden, „aber staatliche Mindestpreise oder überbordende Regulierung wären der falsche Weg“, erklärte Altmaier gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Beschwerden etwa über unlautere Handelspraktiken, Preisdiktate oder mangelnden Tierschutz solle rasch nachgegangen werden, betonte der CDU-Politiker. Doch dürften dabei weder Landwirte noch Nahrungsmittelwirtschaft oder Handel „zum Buhmann gemacht werden“.

Deutsche Landwirte verdienen im EU-Vergleich wenig

Neue Zahlen der europäischen Statistik-Behörde Eurostat zeigen einem Zeitungsbericht zufolge, dass das Einkommen der deutschen Bauern und ihrer Beschäftigten im Schnitt stark schwankt und deutlich niedriger ist als das ihrer europäischen Kollegen. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) am Dienstag berichtete, liegt Deutschland seit 2015 im Eurostat-Index der Einkommensentwicklung in der Branche deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

Der Index, der die Nettogewinne eines landwirtschaftlichen Betriebes auf die Landwirte und ihre Familienangehörigen umlegt und so ein europaweit vergleichbares Maß für die Entwicklung der Einkommen liefert, lag demnach in Deutschland nach vorläufigen Zahlen für 2019 bei einem Wert von 100,47. Das sei deutlich unter dem europäischen Schnitt von 133,73, schrieb die „NOZ“.

2015 lag der Index in Deutschland dem Bericht zufolge bei nur 45,20, während er in der EU bei 114,32 lag. Im Dürrejahr 2018 kamen die deutschen Landwirte demnach auf nur 43,48 im Vergleich zu 130,76 in der EU. Das Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten in der Landwirtschaft liegt laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge in guten Wirtschaftsjahren bei etwa 3000 Euro brutto monatlich, in schlechten Jahren deutlich darunter.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, nannte die Daten gegenüber der NOZ „alarmierend“. Landwirte verdienten „ein verlässliches Einkommen, das für ein gutes Leben reicht“, forderte sie. „Bisher kommt vom Verkaufspreis viel zu wenig bei den Landwirten und ihren Beschäftigen an.“ (afp/nh)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Wer hat die Weltherrschaft? Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Immer klarer wird, dass die Geschichte der Menschheit nicht so ablief, wie sie heutzutage gelehrt wird. Das Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ gibt die lange gesuchten Antworten.

„Kapitalismus abschaffen“? „Wohnungsgesellschaften enteignen“? Familie auflösen? Keinen Wohlstand und keine Kinder mehr wegen des Klimas? Frühsexualisierung? Solche Gedanken sind in Politik, Medien und Kultur populärer denn je. Im Kern drücken sie genau das aus, was einst schon Karl Marx und seine Anhänger der gesamten Menschheit aufzwingen wollten.

Der Kommunismus hat im 20. Jahrhundert hunderte Millionen Menschen physisch vernichtet, heute zielt er auf ihre Seelen. Bei vielen Menschen blieb glücklicherweise die der menschlichen Natur innewohnende Güte erhalten – was den Menschen die Chance gibt, sich vom Einfluss des „Gespenst des Kommunismus“ zu befreien.

Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich in unserem neuen Online-Buch-Shop, bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Das Buch gibt es auch als E-Book und als Hörbuch

Das E-Book gibt es in den Formaten PDF, EPUB oder MOBI. Das Hörbuch bieten wir im MP3-Format zum Download an. Einzeln kostet jeder Band 17,90 Euro, alle drei Bände sind im Moment noch zum Sonderpreis von 43,00 Euro zu erwerben. E-Books und Hörbücher sind in unserem neuen Online-Buch-Shop oder direkt beim Verlag der Epoch Times bestellbar – Tel: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]