„Kostenpflichtige Tests werden dazu führen, dass sich sehr viele noch impfen lassen“

Epoch Times10. Oktober 2021 Aktualisiert: 10. Oktober 2021 13:55

SPD-Politiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Zahl der Impfungen durch das Ende der kostenlosen Bürgertests an diesem Montag steigen wird. „Kostenpflichtige Tests werden dazu führen, dass sich sehr viele noch impfen lassen, weil sie eine regelmäßige Testung vermeiden wollen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). Es sei nicht zu rechtfertigen, dass Ungeimpfte ihre Tests aus den Steuermitteln der Geimpften bezahlt bekämen.

Der Marburger Bund befürchtet zum Ende der kostenlosen Corona-Tests dagegen einen Anstieg der Infektionszahlen. „Kostenpflichtige Corona-Tests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden“, sagte die Vorsitzende, Susanne Johna, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Sonntagausgaben). „Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus.“

Ab Montag sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos – so will die Politik den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. Es gelten aber Ausnahmen: unter anderem für alle, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht.

Erschwerend zur Abschaffung der kostenfreien Tests kommt laut Johna die Unklarheit über die Impfquote der Bevölkerung hinzu. Das Robert-Koch-Institut hatte am Donnerstag gemeldet, dass anhand von Umfragen zur Impfbereitschaft und Meldedaten doch von einer Impfquote von 80 Prozent doppelt geimpfter Erwachsenen ausgegangen werden könne und von bis zu 84 Prozent mindestens einmal Geimpften.

Das wären fünf Prozentpunkte mehr als im Digitalen Impfquoten-Monitoring (DIM) erfasst. Dies zeige ein systematisches Problem, so Johna. „Es fehlen aktuelle Feldstudien, aus denen wir hochrechnen können, wie hoch etwa die Infektionsrate in der Bevölkerung ist“, so die Medizinerin. „Die wenigen klinischen Studien, die in Deutschland zu Covid-19 aufgelegt wurden, haben im Vergleich zu anderen Ländern nur wenige Patienten eingeschlossen.“

Forschungsdaten müssten frühzeitig und standardisiert auf gut zugänglichen Plattformen zur Verfügung gestellt werden, forderte sie. Deutschland habe sich in der Pandemie immer wieder auf Daten aus Großbritannien verlassen. „Jetzt fehlen verlässliche Zahlen zu Impfquoten in Deutschland und zur Häufigkeit unentdeckter Infektionen“, ergänzte Johna. Dies seien aber wichtige Kriterien, „um über Lockerungen der Schutzmaßnahmen entscheiden zu können“. (dts/oz)



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