Karl LauterbachFoto: über dts Nachrichtenagentur

Lauterbach: Persönliche Kontakte entschlossener beschränken – sonst bleibt nur noch ein erneuter Lockdown

Epoch Times25. Oktober 2020 Aktualisiert: 25. Oktober 2020 11:18
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eindringlich vor einem erneuten Lockdown bereits in wenigen Wochen gewarnt und Bund und Länder zum Beschluss von weitergehenden Maßnahmen aufgefordert. Ohne eine entschlossenere Beschränkung persönlicher Kontakte sei ein zweiter Lockdown nicht zu vermeiden.

„Wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt“, sagte Lauterbach zu „Bild am Sonntag“.

„Die Einschränkungen, die jetzt beschlossen wurden, reichen leider nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen im Dezember zu verhindern. Da müssen wir nachjustieren.“

Lauterbach fordert eine deutliche Ausweitung des Homeoffice und geteilte Klassen in den Schulen. „Wenn wir nicht wollen, dass die Schulen mit regelmäßigem Schulausfall auch noch zu Hotspots werden, sollten die Schulklassen jetzt aufgeteilt werden in Vormittags- und Nachmittagsunterricht“, sagte er.

Jeder Kontakt, egal wo, könne kontaminiert sein, so Lauterbach weiter. „Es reicht allein nicht mehr, nur vorsichtig zu sein und die AHA+L-Regeln einzuhalten.“

CDU-Parteitag absagen

Er ermahnte die CDU, den für Anfang Dezember geplanten Parteitag mit 1.001 Delegierten abzusagen. „Die CDU kann nicht gleichzeitig für das Verbot kleinerer Veranstaltungen eintreten und dann mehr als 1.000 Menschen an einem Ort versammeln. Politik hat eine Vorbildfunktion, deshalb sollte die CDU den Parteitag absagen.“

Auch eine Mehrheit der Bürger findet, dass der CDU-Parteitag, bei dem ein neuer Vorsitzender gewählt werden soll, in der aktuellen Corona-Lage nicht stattfinden sollte. 55 Prozent sind laut einer Kantar/Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ für eine Absage, 36 Prozent sprechen sich für die Durchführung aus (weiß nicht, keine Angabe acht Prozent).

Das Meinungsforschungsinstitut Kantar/Emnid befragte für die Erhebung insgesamt 505 Menschen am 22. Oktober. Frage: „Die CDU hat einen Parteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1.001 Delegierten geplant, um dort einen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Sollte dieser Parteitag wegen Corona abgesagt werden?“ (dts)

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