Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, spricht beim ARD-Sommerinterview auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses.Foto: Christophe Gateau/dpa/dpa

Lauterbach vs. Lindner: Keine Ungleichbehandlung von geimpften und negativ getesteten Menschen

Epoch Times26. Juli 2021 Aktualisiert: 26. Juli 2021 20:31
Die Debatte um den weiteren Umgang mit der Corona-Krise ist entfacht. FDP-Chef Lindner hält an der Gleichbehandlung negativ Getesteter, Geimpfter und Genesener fest. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist anderer Meinung.

Nach Auffassung von FDP-Chef Christian Lindner rechtfertigt das Risiko falsch negativer Coronatests nicht die Ungleichbehandlung von geimpften und negativ getesteten Menschen.

„Es ist ein verantwortbares Risiko“, sagte Lindner auf der Insel Usedom. Neben Tests, die nicht anschlagen, gebe es auch Impfdurchbrüche, und auch Genesene könnten sich erneut infizieren. Es gehe um die Frage, welches Risiko verantwortbar sei und welche Folgen es etwa hätte, wenn negativ getestete Menschen „prinzipiell keinen Zugang, auch nach Test, zum Beispiel zum gesellschaftlichen Leben haben“.

Steigende Corona-Infektionszahlen bzw. positive Testergebnisse hatten die schon seit längerem geführte Debatte um mehr Einschränkungen für Ungeimpfte neu entfacht. Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dürfte die Gleichstellung negativ Getesteter mit Geimpften und Genesenen wegen zu vieler falsch negativer Tests nicht aufrechtzuerhalten sein, sollten die Fallzahlen wieder deutlich steigen. Damit sei zu rechnen, „wenn die Menschen aus den Ferien zurückkommen und sich im Herbst wieder verstärkt in Innenräumen begegnen“, hatte er der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt.

Lindner hält hingegen an der Gleichbehandlung negativ Getesteter, Geimpfter und Genesener fest. Man wisse, dass sie in gleicher Weise keine Gefahr für ihre Mitmenschen seien, sagte er vor der Ahlbecker Seebrücke bei seiner Wahlkampf-Sommertour. Er warnte vor einer „Untertanenmentalität“ und davor, sich unverhältnismäßige Eingriffe in die eigene Freiheit gefallen zu lassen. (dpa)



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