Symbolbild.Foto: istock

Lehrerverband wirft Kultusbehörden Planlosigkeit vor: Gymnasiallehrermangel absehbar

Epoch Times9. September 2019 Aktualisiert: 9. September 2019 16:54

Der Deutsche Lehrerverband hat angesichts aktueller Alarmmeldungen über sich verschärfende Lehrernot in Grundschulen die Kultusbehörden zu besserer Planung aufgefordert.

Viele Bundesländer reagieren zu spät und dann auch überhastet auf Verschiebungen beim Lehrerarbeitsmarkt oder auch beim Geburtenanstieg“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Diese ausgesprochen kurzsichtige Personalpolitik müsse ein Ende haben.

Lehrermangel wird sich weiter verschärfen

Nötig seien eng getaktete Bedarfsprüfungen, die eine vorausschauende Einstellung von Lehrkräften ermöglichten.

Wir müssen endlich wegkommen von dem Missstand, dass es zwischen Angebotsmenge und Nachfrage nie zu einem Gleichgewicht kommt“, so Meidinger.

In wenigen Jahren werde sich verstärkt das Problem stellen, ob es genügend junge Gymnasiallehrer für die Rückkehr der 13. Jahrgangsstufe in Niedersachsen, Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen geben werde.

Diese Lücke könnte ab 2025 dramatischer sein als der sich dann schon wieder abschwächende Grundschullehrermangel“, warnte der Verbandschef.

Viele Quereinsteiger statt Lehramtsabsolventen

Der Lehrerverband kritisierte, dass die Bertelsmann-Stiftung die jährlichen Bedarfslücken, also den Unterschied zwischen Zahl der Lehramtsabsolventen und Zahl der zu besetzenden Stellen, einfach zusammenzähle. „Das ergibt ein verzerrtes Bild“, warnte Meidinger.

Denn diese Lücken würden zum größten Teil Jahr für Jahr durch Quereinsteiger gefüllt. Bis zum Jahr 2025 werden Prognosen der Bertelsmann-Stiftung zufolge mindestens 26.300 Lehrer an Grundschulen fehlen.

Damit sei die Lage noch dramatischer, als von der Kultusministerkonferenz erwartet, heißt es in einer aktuellen Studie der Stiftung. Die KMK hatte im vergangenen Oktober einen Mangel von 15.300 Grundschullehrern im Jahr 2025 errechnet. (dts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion