Hirschel und Mattheis geben im Kampf um SPD-Spitze auf

Epoch Times12. Oktober 2019 Aktualisiert: 12. Oktober 2019 12:17
Eine Chance haben die verbliebenen Teams noch, die entscheidende Frage zu beantworten: Warum sollen ausgerechnet sie SPD-Chefs werden. Der Wettstreit hat Leben in die zuletzt müde Partei gebracht.

Unmittelbar vor Beginn der Mitgliederbefragung über den künftigen SPD-Vorsitz hat eines der Kandidatenduos seinen Rückzug erklärt. Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel zogen sich kurz vor Schluss aus dem Wettstreit zurück.

Sie begründeten den Schritt auf der letzten von 23 SPD-Regionalkonferenzen in München damit, dass sie damit die Erfolgsaussichten eines anderen linken Kandidatenduos erhöhen wollten. Insgesamt sind nun noch sechs Teams übrig. Von Montag an können die SPD-Mitglieder über die künftige Führung abstimmen.

Sicher ist jetzt schon, dass die SPD künftig von einer Doppelspitze geführt wird. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung soll am 26. Oktober feststehen. Eine Stichwahl danach ist allerdings wahrscheinlich, da es bisher keine eindeutigen Favoriten gibt. Endgültig gewählt wird der neue Vorstand auf einem Parteitag Anfang Dezember in Berlin, die Delegierten sollen sich dabei an das Votum der Parteibasis halten.

Generalsekretär Lars Klingbeil hat Partei und Bewerber aufgefordert, sich hinter den Siegern zu sammeln. „In der schwierigen Situation, in der die SPD gerade ist, brauchen wir keinen Messias, kein Wunder, sondern eine Teamleistung“, sagte er dem „Münchner Merkur“ und der „tz“. Er erwarte, dass sich die gesamte Partei am Ende hinter den Gewinner stelle – unabhängig davon, mit welchem Ergebnis dieser gewählt werde.

Grundrente ausschlaggebend

Klingbeil bekräftigte auch, eine Einigung auf eine Grundrente sei ein entscheidender Faktor für die Entscheidung über den Verbleib in der großen Koalition. Der Parteitag soll Anfang Dezember eine Halbzeitbilanz der Bundesregierung ziehen.

Juso-Cef Kevin Kühnert sieht Olaf Scholz als Favoriten im Rennen um den SPD-Parteivorsitz. „Ich glaube schon, dass Olaf Scholz den Vorteil hat, einfach der bekannteste Kandidat im gesamten Rennen zu sein“, sagte er im SWR2-„Interview der Woche“. „Und machen wir uns doch nichts vor, Wahlprozesse laufen natürlich so ab, dass immer es auch ein Trend hin zu den Promis quasi gibt.“

Deswegen sei das Verfahren aber auch gut gewählt, dass es eine Stichwahl gebe, wenn kein Kandidat über 50 Prozent der Stimmen bekomme. „Und ich glaube, spätestens dann bekommen wir eine ganz neue Diskussion. Weil dann wird noch mal viel genauer reingeguckt, wofür stehen die eigentlich wirklich?“ Kühnert selbst unterstützt das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Scholz tritt im Duo mit Klara Geywitz an. (dpa)

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