„Lieber auf der Straße oder im Krieg“: Migranten „flüchten“ aus Asylunterkunft

36 Asylbewerber haben sich gegen eine Verlegung aus der Erstaufnahme-einrichtung in Bad Berleburg in die neu renovierte Asylunterkunft in Meschede gewehrt.

Die Gruppe von 40 Flüchtlingen sollte Anfang der Woche in die Zentrale Unterbringungseinrichtung in der ehemaligen Franz-Stahlmecke-Schule einziehen. Doch die Mehrheit der Migranten protestierte nach ihrer Ankunft in Meschede gegen die Verlegung. Nach eigenen Angaben, entsprach die Unterkunft nicht den Vorstellungen der Gruppe, berichtet die WAZ. Demnach musste sogar die Polizei anrücken um die Situation zu klären.

Flüchtlinge „fliehen“ aus Asylheim

Unterdessen hatten die Flüchtlinge aus eigener Initiative spontan einen Bus bestellt, der sie aus dem Sauerland zurück nach Bad Berleburg brachte, so die Zeitung weiter. 36 Personen aus der 40-köpfigen Gruppe reisten wieder ab. Die Migranten hätten die Fahrt auf eigene Kosten beglichen, heißt es.

Im Gespräch mit der WAZ klagten die Asylbewerber offenbar über „menschenunwürdige Zustände“ in Meschede. Die Unterkunft sei völlig überfüllt gewesen und habe sehr intensiv gestunken. „Die Badezimmer und Toiletten sind teilweise geschlossen und gar nicht immer geöffnet“, erklärten die Männer aus Syrien, dem Irak und aus weiteren Ländern dem Blatt.

Die Zustände in Meschede seien „vielleicht für Tiere geeignet, aber nicht für Menschen“, so die Asylbewerber. „Einige wären bereit, auf der Straße zu bleiben, oder auch wieder in unsere Länder zu gehen und dem Krieg ausgesetzt zu sein, aber nicht wieder nach Meschede“.

Haltlose Vorwürfe

In Bad Berleburger kam es laut WAZ nach der Ankunft der Gruppe zu einem starken Polizeiaufgebot, da die Erstaufnahmeeinrichtung die Asylbewerber nicht mehr zurücknehmen wollte. Nach langen Verhandlungen habe die Gruppe noch eine Nacht bleiben dürfen. Danach seien sie in andere Landeseinrichtungen verteilt worden.

Nach dem Vorfall habe die Bezirksregierung Arnsberg ein Prüfungsteam in die Unterkunft entsandt. Die Vorwürfe der Migranten konnten der Zeitung zufolge nicht bestätigen werden. Zwar sei die Einrichtung als ehemalige Schule an einigen Stellen „etwas abgewohnt“, aber es sei „nichts Dramatisches“ festzustellen gewesen, sagte Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, Benjamin Hahn, gegenüber der WAZ. Die Reaktionen der Gruppe seien nicht nachvollziehbar.

Schule für über 400 000 Euro umgebaut

„Flüchtlinge, die die Einrichtung auf eigene Verantwortung dauerhaft verlassen, verstoßen gegen ihre Wohnsitzverpflichtung und gefährden damit den schnellen und sicheren Ablauf ihres Asylverfahrens“, teilte die Behörde der Zeitung mit. Es sei noch offen, ob die Bezirksregierung das Verhalten der Asylsuchenden sanktionieren wird.

Die ehemalige Franz-Stahlmecke-Schule wurde im November 2015 zu einer Unterkunft für Asylbewerber umgewandelt. Zuvor wurde sie für über 400 000 Euro renoviert. In der Einrichtung hätten über 450 Flüchtlingen Platz. Derzeit seien aber nur 157 Personen dort untergebracht, so die Bezirksregierung.

CDU-Landtagsabgeordnete Kerkhoff meldete sich auf Facebook zu dem Vorfall. Dort schreibt er: „Wer die Aufnahmebereitschaft im Hochsauerlandkreis so mit Füßen tritt, ist offensichtlich ins falsche Land geflohen.“ (so)

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/lieber-auf-der-strasse-oder-im-krieg-migranten-fluechten-aus-asylunterkunft-a1919178.html