Linke organisieren Blockade-Trainingslager: „AfD soll keinen Meter weit durch Berlin marschieren“

Epoch Times26. May 2018 Aktualisiert: 26. Mai 2018 22:53
"Kommt doch, kommt doch!", rufen die jungen Männer und schwingen ihre zusammengerollten Plakate wie Schlagstöcke in ihrem Anti-AfD-Trainingscamp.

Linke Aktivisten organisieren eine Trainingscamp im Kampf gegen die AfD: „Kommt doch, kommt doch!“, rufen die jungen Männer und schwingen ihre zusammengerollten Plakate wie Schlagstöcke. Sie spielen in diesem Training die Polizei. Auf die sechs „Beamten“ bewegt sich ein Pulk zu von etwa 40 Menschen.

Fest eingehakt, wie bei einer Demo. Als die Gruppen aufeinander treffen, dreschen die „Polizisten“ mit ihren Schlagstockimitaten auf die erste Reihe der Gruppe ein. Den Moment nutzen die Demonstranten, um die imitierte Polizeikette zu „durchfließen“. Im Training erfolgreich. So beschreibt die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) das Szenario.

„Die AfD soll keinen Meter weit durch Berlin marschieren“

Das Training der linken Aktivisten findet vor der Freien Universität statt und dauert drei Tage. Sie üben zivilen Ungehorsam und Blockaden. Laut dpa ist es eines von mindestens vier Trainingslagern linker Gruppen vor dem großen Demonstrationstag am Sonntag.

Ihr Ziel ist es: „Die AfD soll keinen Meter weit durch Berlin marschieren“, sagt eine junge Teilnehmerin des „Aktionstrainings“ zur Agentur.

In dem Blockade-Trainingslager soll gewaltloser Protest geübt werden, versichert die Leiterin namens Marie. Wie lässt man sich aus Sitzblockaden wegtragen, ohne verletzt zu werden? Was sind rote Linien im Umgang mit Polizisten? Wer traut sich was zu? All das wird trainiert.

„Wir wollen die Leute zum zivilen Ungehorsam befähigen – sie sollen die Angst verlieren vor Polizeigewalt und Pfefferspray“, sagt sie. Gewalt gegen Menschen lehne sie ab. Ob das für alle der Teilnehmer gilt, wisse Marie nicht.

Protestforscher Simon Teune von der TU Berlin hält diese Art von Training nicht für gefährlich. „Es macht ja viel Sinn, die Leute auf diese Situationen vorzubereiten“, sagt er zur dpa. Sie dienten dazu, den Aktionskonsens bei Blockaden einzuüben: Man sei entschlossen, zu blockieren, aber wolle Eskalationen vermeiden.

Nicht jeder teilt diese Meinung: Teune sagt, dass es auch im Protestspektrum eine Debatte gebe, wie legitim die Aktionen seien, gerade wenn dadurch das Demonstrationsrecht eingeschränkt werde. (dpa/so)

Schlagworte, ,
Themen
Panorama
Newsticker