Linkes Bekennerschreiben zur Paket-Bombe an Finanzminister Schäuble

Von 16. März 2017 Aktualisiert: 16. März 2017 17:55
Im Bundesfinanzministeriums ist am Mittwoch ein "Paket mit sogenanntem Blitzknallgemisch" eingegangen. Nach Angaben aus griechischen Polizeikreisen wurde das Paket in Athen verschickt.

In der Poststelle des Bundesfinanzministeriums ist am Mittwoch ein Paket mit einem explosiven Stoff eingegangen.

Die Untersuchung der Sendung habe ergeben, „dass sich in dem Paket ein sogenanntes Blitzknallgemisch befand“, teilte die Berliner Polizei mit. Dieses werde „häufig bei der Herstellung von Pyrotechnik verwendet“. Nach Angaben aus griechischen Polizeikreisen wurde das Paket in Athen verschickt.

Das Paket wäre laut Polizei geeignet gewesen, erhebliche Verletzungen beim Öffnen zu verursachen. Es gab zudem „eine Art Zünder“, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei ließ die Poststelle und die Umgebung räumen.

Auch nach dem Röntgen des Pakets konnte der Inhalt nicht eindeutig identifiziert werden, weshalb es auf einen Sprengplatz gebracht und am frühen Abend gesprengt wurde. Die Ermittlungen übernahm das Berliner Landeskriminalamt.

Bekennerschreiben linker Extremisten

Die in Athen aufgegebene Sendung nannte als Absender den rechten Oppositionspolitiker Adonis Georgiadis von der Partei Nea Dimokratia (ND). Er gilt als Feindbild der Linken. Seine Buchhandlung wurde mehrfach Ziel von Angriffen, die dem autonomen Lager zugeschrieben wurden. Georgiadis sagte der „Bild“-Zeitung:

Es ist leider wahr. Der oder die Terroristen haben wohl meinen Namen genommen, weil ich in Griechenland als Freund von Herrn Schäuble gelte.“

(Adonis Georgiadis, ND, Politiker)

Inzwischen soll ein Bekennerschreiben der griechischen linksautonomen Untergrundorganisation „Konspiration der Feuerzellen“ aufgetaucht sein, wie „RT“ berichtet.

Wir übernehmen die Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands.“

(Linksextreme Terrorgruppe)

Die Terroristen erklärten sich in der Mitteilung solidarisch mit in Griechenland verurteilten Mitgliedern ihrer Gruppe und anderer gleichgesinnter Organisationen im Ausland.

Echtheit bleibt zu prüfen

Angesichts des Schreibens sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU):

Es gibt zwar eine Gruppe, die behauptet, sie wäre es gewesen, aber das muss man erstmal überprüfen.“

(Michael Meister, CDU)

„Aufregung gibt es im Haus nicht, aber Besorgnis schon. Denn das war nicht ungefährlich“, so der Staatssekretär in der Freitagausgabe des „Kölner Stadtanzeigers“ laut „Allgäu online“.

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