Linke fordert besseren Schutz vor „seelischer Schikane“ am Arbeitsplatz

Epoch Times25. Januar 2020 Aktualisiert: 25. Januar 2020 8:50
Mehr als zwei Millionen Beschäftigte werden am Arbeitsplatz gemobbt. Angesichts dieser Zahlen müssten Beschäftigte nun stärker vor "seelischer Schikane" durch Kollegen oder Vorgesetzte geschützt werden, fordert die Linke.

Mobbing am Arbeitsplatz betrifft in Deutschland mehr als zwei Millionen Beschäftigte. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die AFP am Samstag vorlag.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann rief die Große Koalition angesichts dieser Zahlen zu einem stärkeren Einsatz gegen „seelische Schikane“ im Job auf.

Beschäftigte müssten vor Mobbing geschützt werden, sagte Krellmann. In der Pflicht seien hier „eindeutig“ die Arbeitgeber.

Wer Mobbing zulässt oder selbst betreibt, muss hart sanktioniert werden.“

Dazu habe die Linke einen Antrag vorgelegt, dem die Bundesregierung nur noch zustimmen müsse. (Drucksache 19/16480)

Linke verlangt jährlichen Mobbing-Report

Krellmann kritisierte zudem, dass die Bundesregierung über die Zahl der Betroffenen bislang keine regelmäßigen Daten erhebe. „Ein jährlicher Mobbing-Report ist doch wohl nicht zu viel verlangt“, sagte sie AFP.

Die Antwort der Bundesregierung auf die Linken-Anfrage stützt sich auf die Studie „mentale Gesundheit bei der Arbeit“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus den Jahren 2011/2012.

Demnach waren rund sieben Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von Mobbing durch Kollegen oder Vorgesetzte betroffen – bei den Männern waren es sieben, bei Frauen acht Prozent.

Bei derzeit etwa vierunddreißig Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei demnach von etwa 2,38 Millionen Mobbingbetroffenen in Deutschland auszugehen, erklärte die Linksfraktion.

Zur zeitlichen Entwicklung von Mobbing in Deutschland liegen laut der Regierungsantwort keine Daten vor. Nach Auskunft der BAuA sei aber davon auszugeben, dass sich der Anteil der Beschäftigten, die von Mobbing berichten, langfristig nur geringfügig verändere, heißt es in der Antwort.

Der Bundesanstalt zufolge erhöht Mobbing unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. (afp)

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