Linz-Morde: Empörung über schweigende Gesellschaft – „Ist das alles, was in Österreich zu einem politisch motivierten Doppelmord diskutiert wird?“

Von 4. Juli 2017 Aktualisiert: 5. Juli 2017 6:56
Vizelandeshauptmann Haimbuchner stuft die Ermordung der Eltern seines Mitarbeiters als politischen Mord ein und kündigte an, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen werde. Vor zwei Jahren wurde der Tunesier Mohamed H. (54) von einem Nachbarn wegen extremistischer Umtriebe dem Innenministerium gemeldet. Die Überprüfung durch den Verfassungsschutz verlief negativ - keine Gefahr. Ein fataler Fehler?

Vor Jahren zeigte ein Nachbar in der Linzer Biesenfeldsiedlung den Tunesier Mohamed H. bei der damaligen Meldestelle für NS-Wiederbetätigung beim Innenministerium an. Der Linzer Verfassungsschutz nahm den Mann unter die Lupe:

Mit Bart und Kaftan nach Tunesien

Bevor der Tunesier zwischen Ende 2014 und Mitte 2015 nach Tunesien verschwand, soll er mit Bart und Kaftan herumgelaufen sein. Als er aus seiner nordafrikanischen Heimat zurückkam, war der Bart ab, jedoch verhielt sich der Mann auffallend aggressiv, wie die „Krone“ berichtet.

Der ermittelnden Beamtin vom Verfassungsschutz erzählte der Mann, dass er sich in seiner Heimat eine neue Existenz als Tischler aufbauen wolle. Dort sei ihm aber der LKW mit Geräten im Gesamtwert von 30.000 Euro gestohlen worden. Zudem wurde er in Libyen inhaftiert, weil die Grenzer ihn für einen Islamisten hielten. Deshalb habe er sich dort den Bart abrasiert.

Der Verfassungsschutz kam zu der Überzeugung, dass der Mann ungefährlich sei, offenbar ein Fehler. Am 30. Juni 2017 ermordete Mohamed H. ein altes Ehepaar, aus Hass.

Haimbuchner: Politischer Mord

Bei den Ermordeten handelt es sich um die Eltern eines Mitarbeiters des Vizelandeshauptmanns [ entspr. stellv. Ministerpräsident in D] und FP-Landesparteichef Manfred Haimbuchner

Ich habe mit dem Mitarbeiter, dessen Eltern ermordet wurden, ein persönliches Nahverhältnis. Er ist ein ganz liebenswürdiger Mensch, aber sicher kein Freiheitlicher.“

(Manfred Haimbuchner, stellv. Landeshauptmann Oberösterreich)

Brisanterweise gab der Tunesier als Tatmotiv seinen Hass auf die FPÖ an. Haimbuchner im „Krone“-Interview dazu:

Wir haben es mit einem politisch motivierten Mord zu tun, diese Tragweite ist bei einigen offenbar noch nicht durchgedrungen. Das muss man sich vorstellen: Der Täter hat das Ehepaar ermordet, weil bei ihnen zu Hause ihr Sohn auf einem Foto mit mir zu sehen war. Das ist doch Wahnsinn.“

(Manfred Haimbuchner, FPÖ)

Die österreichische Presseagentur APA zitiert den Vizelandeschef:

Gehen wir jetzt zur Tagesordnung über? Sind das Opfer, die wir eben hinnehmen müssen? Ist die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei Grund genug, um in Österreich hingerichtet zu werden? Ist das alles, was in Österreich zu einem politisch motivierten Doppelmord öffentlich diskutiert wird? Das beharrliche Schweigen von Teilen des öffentlichen Lebens, die sich bei weitaus harmloseren Gelegenheiten unverzüglich zu Wort melden und politische Konsequenzen fordern, nährt leider den Verdacht, dass die viel beschworene Zivilgesellschaft mit zweierlei Maß misst. Nicht die Gesellschaft war das Ziel des Täters, wie es jetzt vielfach verharmlosend dargestellt wird, sondern die Opfer wurden ganz bewusst ausgesucht, auf Grund ihrer angenommenen Nähe zur FPÖ. Diese politische Komponente rückt diese bestialische Gewalttat in ein Licht, das von uns nicht negiert wird. Wir werden nicht zur Tagesordnung übergehen. Dafür ist die politische Dimension dieses furchtbaren Verbrechens zu groß.“

(Manfred Haimbuchner, Vize-Regierungschef Oberösterreich)

Strache übermittelt „aufrichtiges Beileid“

Auch der FPÖ-Chef postete auf Facebook angesichts des grausamen Mordes. Strache übermittelte der Familie und den Angehörigen sein aufrichtiges Beileid und zeigte sich geschockt wegen des Gewaltpotenzials radikal-islamistischer Täter.

Im Gedanken bin ich und die gesamte freiheitliche Familie bei den Hinterbliebenen!“

(Heinz-Christian Strache, FPÖ)

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Der Unauffällige vom Gemüseladen

Mohamed H. arbeitete als freundlicher Verkäufer im kleinen Laden seiner oberösterreichischen Lebensgefährtin, einer Konvertitin, im Linzer Stadtteil Dornach, bevor er schließlich Hildegard (85) und Siegfried S. (87) ermordete.

Sein Motiv? Er habe sich von der Gesellschaft systematisch benachteiligt gefühlt. Dafür machte er die Österreicher generell und insbesondere die FPÖ verantwortlich, wollte jemanden dafür büßen lassen, so die „Oberösterreichischen Nachrichten“. Da wählte er das alte Pärchen aus, weil deren Sohn bei der Oberösterreichischen Landesregierung arbeitet, in einer Abteilung, die FP-Landeschef Manfred Haimbuchner leitet.

Ich habe gehört, er hat geglaubt, er ist zu kurz gekommen. Aber jeder muss sich abstrampeln! Da kann man nicht zum Verbrecher werden!“

(Frau aus der Nachbarschaft)

Eine Frau mit Kinderwagen, die hier ein paar Mal eingekauft hatte, meinte, dass Mohamed H. nie verbittert auf sie gewirkt hatte. „Schrecklich, dass jemand, den man selbst gesehen hat, so etwas getan haben soll.“

Ein heimtückischer Mord

Mohamed H. brachte zweimal wöchentlich Lebensmittel zu dem alten Ehepaar in der Linzer Voltastraße, einer ruhigen Wohngegend, so auch an jenem Freitag, 30. Juli. Doch diesmal versteckte er unter seiner Schürze einen Gurt, einen Holzstock, ein Messer und einen Benzinkanister.

Zunächst erdrosselte er die alte Frau. Anschließend tötete er den 87-jährigen Ehemann mit dem Messer und dem Stock. Dann legte er Feuer. Kurz nach der Tat stellte er sich in einer Polizeiinspektion.

Die Auffindungssituation ließ keinen anderen Schluss als einen Doppelmord zu.“

(David Furtner, Sprecher Landespolizeidirektion Oberösterreich)

Laut Obduktion wurde auf die Opfer zudem mit einem stumpfen Gegenstand mehrfach heftig eingeschlagen.

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