Lokführer-Streik: So hetzen die Medien gegen die Lokführergewerkschaft

Epoch Times8. November 2014 Aktualisiert: 8. November 2014 15:13

Dass die Lokführer ihre Arbeit niedergelegt haben heizt die Gemüter auf. Viele Politiker und Medien verurteilen den Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Dadurch wird auch die Bevölkerung gegen den Aufstand der GDL angestachelt. 

Tatsache ist jedoch, dass ein Lokführer mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung laut Tarifvertrag 3.010 Euro Brutto erhält. Das ergibt Netto zwischen 2.200 und 1.950 Euro. Die Bahnbediensteten müssen jedoch Wochenend- und Schichtdienste in Kauf nehmen und haben eine große Verantwortung gegenüber vielen Menschen. 

Der Lohn der Lockführer in Deutschland ist auch deutlich geringer wie der in Frankreich, Italien oder Spanien, berichtet Russia Today.

Der Streik erntet jedoch keine Anerkennung, weder von den Medien noch von den Politikern. Im Gegenteil, gegen den Chefs der Lokführergewerkschaft, GDL, Claus Weselskys, gibt es richtige Hetzkampagnen. 

Spiegel, Bild und Co schreiben Slogans wie "Stoppt diesen Mann!" bis hin zu "Männer mit Macht und Schnurrbart waren schon immer scheiße."

Diese Leitmedien zeigen Fotos von Weselskys Wohnhaus und seine Büronummer wurde veröffentlicht. "Da muss ich einfach nur lachen, ich wohne zur Miete in einem Häuschen, das 61 Quadratmeter hat – und wenn das dann ein exklusiver Wohnsitz ist, na bitteschön, dann ist das einfach so", sagte Weselsky am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin", berichtet das Handelsblatt.

Wegen der Hetze gegen seine Person, sah sich Weselskys bereits gezwungen die Polizei zu verständigen: "Ich bin auch bisher immer auf Bahnhöfen gewesen und werde das auch weiter tun. Ich habe allerdings gestern Abend die Polizei verständigt, weil es hier in einer unglaublichen, nennen wir es einfach Verletzung meiner Privatsphäre, nicht mehr um die Sache geht", so der GDL-Chef. 

Weselskys warf der Deutsche Bahn (DB) vor für die Streiks verantwortlich zu sein. Die Bahn beschneide die Grundrechte der GDL und unterwerfe die Lokführergewerkschaft einem Tarifdiktat. 

Die DB wies diese Vorwürfe zurück. "Die DB hat in den vergangenen Wochen immer wieder substantiell neue Angebote vorgelegt", betonte das Unternehmen. "Zu jedem Kompromissvorschlag der DB sagt die GDL nein."

In einem Interview mit dem "Deutschlandfunk" sagte Weselskys: "Angesichts des Tarifdiktats, das uns die Bahn im Hintergrundgespräch vorgelegt hat, war nichts anderes möglich als die Ablehnung." Die Bahn habe für alle sichtbar gezeigt, dass die GDL "die Koalitionsfreiheit mittels eines Vertrages an der Garderobe abgeben soll und Scheinverhandlungen für ihre Zugbegleiter und andere Mitglieder führen darf." (so/dpa)

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