Maaßen warnt vor Frauen und Kindern aus IS-Gebieten – sie wurden „einer Gehirnwäsche unterzogen“

Epoch Times3. Dezember 2017 Aktualisiert: 3. Dezember 2017 12:46
Nach Gebietsverlusten der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak beobachten Verfassungsschützer mit Sorge die Rückkehr von Angehörigen dortiger Kämpfer. Unterdessen holt die Bundesregierung aktiv Frauen von IS-Kämpfern und deren Kinder nach Deutschland zurück.

Nach Gebietsverlusten der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak beobachten Verfassungsschützer mit Sorge die Rückkehr von Angehörigen dortiger Kämpfer.

Eine große Rückreisewelle von Dschihadisten habe noch nicht eingesetzt, „beobachten lassen sich aber Rückreisen von Frauen, Jugendlichen und Kindern“, sagte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen der dpa.

„Es gibt Kinder, die in den „Schulen“ im IS-Gebiet einer Gehirnwäsche unterzogen wurden und in starkem Maße radikalisiert sind.“ Auch die Frauen seien zum Teil eine Bedrohung, weil sie sich mit IS-Ideologie identifizierten.

Regierung holt IS-Frauen und ihre Kinder aktiv nach Deutschland zurück

Unterdessen bemüht sich die Bundesregierung darum, die Kinder von deutschen Kämpfern und Anhängern des Islamischen Staates in die Heimat ausfliegen zu lassen. Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR haben sich Diplomaten des Auswärtigen Amtes an die irakische Regierung gewandt und darum gebeten, eine Ausreisegenehmigung für die Kinder von deutschen IS-Angehörigen zu erteilen. Eine Antwort soll bisher nicht ergangen sein.

Hintergrund ist, dass nach jüngster Zählung bereits mindestens ein halbes Dutzend deutscher Minderjähriger in Haftanstalten und Verhörzentren im Irak einsitzen. Die meisten von ihnen sind Klein- oder sogar noch Kleinstkinder. Sie sitzen nun dort gemeinsam mit ihren Müttern ein, die nach dem Zerfall des IS im Kriegsgebiet aufgespürt und verhaftet wurden. Allein vier Kinder sitzen im nordirakischen Erbil ein, eine der inhaftierten Mütter ist zudem hochschwanger.

In der Bundesregierung wird erwartet, dass die Zahl der Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft noch steigen wird. Von den etwa 940 zum IS ausgereisten Personen aus Deutschland haben zwei Drittel die deutsche Staatsbürgerschaft.

Siehe: Bundesregierung will IS-Kinder nach Deutschland holen – aus humanitären Gründen

BKA: IS-Kalifat existiert quasi nicht mehr – Gefahr bleibt

Nach Einschätzung von BKA-Chef Holger Münch bestehe auch nach den drastischen Gebietsverlusten der Terrormiliz IS weiterhin Gefahr. Das vom IS ausgerufene Kalifat habe quasi aufgehört zu existieren, sagte der Chef des Bundeskriminalamts im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks.

Die Terrorgruppe habe sich aber längst auf die nächste Phase vorbereitet. Dschihadisten-Strukturen hätten sich dafür in den sozialen Medien etabliert. Dort würden Chat-Foren unterhalten, Informationen ausgetauscht und virtuelle Netzwerke gebildet. (afp/dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion