Maischberger-Statement nach Sendungs-Eklat – Bosbach verlässt Talk – Ditfurth: Grundrecht auf schwarze Kleidung in Hamburg gefährdet

Von 13. Juli 2017 Aktualisiert: 13. Juli 2017 20:40
Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hatte die ARD-Sendung "Maischberger" nach einem Wortgefecht mit der ehemaligen Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth vor laufenden Kameras verlassen. Anschließend versuchte Maischberger auch Ditfurth rauszuschmeißen. Sie blieb. Nun gab auch Sandra Maischberger ein Statement zu den Vorfällen ab.

Nachdem der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach im Streit mit der ehemaligen Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth die ARD-Sendung „Maischberger“ während der laufenden Talkshow verlassen hatte, meldet sich nun auch Gastgeberin Sandra Maischberger mit einem Statement zu Wort:

Ich bedaure sehr, dass Wolfgang Bosbach unsere Runde vorzeitig verlassen hat. Mein Versuch, ihn zum Bleiben zu bewegen, schlug leider fehl. Das ist immer eine Niederlage in einer Sendung, deren Aufgabe es ist, Menschen ins Gespräch zu bringen – gerade, wenn sie noch so unterschiedliche Meinungen haben.“

(Sandra Maischberger, ARD-Moderatorin)

Gleichzeitig entschuldigte sich Maischberger für den Versuch, Jutta Ditfurth anschließend auch aus der Sendung zu schmeißen, was eine „unüberlegte Kurzschlussreaktion“ gewesen sei, „getrieben von dem Wunsch, in der Sendung den Ausgleich der Seiten wiederherzustellen“, für Maischberger ein Fehler, den sie bedauere.

Bosbach: Hätte besser früher gehen sollen

CDU-Politiker Bosbach, dem es auch um die „Einhaltung mitteleuropäischer Umgangsformen“ ging, bereut es nicht, vor laufender Kamera gegangen zu sein:

„Es wäre vielleicht besser gewesen, noch früher zu gehen“, sagte Bosbach im Anschluss „Focus Online“.

Die permanente Mischung aus Dazwischenquatschen und Grimassenschneiden von Frau Ditfurth war eine echte Zumutung.“

(Wolfgang Bosbach)

Bosbach trat in der Sendung mit dem Vorsatz an, etwas klarzumachen:

Wenn der Staat ein, ‚Wehret den Anfängen!‘ nicht beherzigt, werden die Zustände immer schlimmer.“

(Wolfgang Bosbach)

Grundrecht auf schwarze Kleidung?

Neben Bosbach und Ditfurth waren der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, der Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders, der Hamburger Linken-Politiker und Demo-Organisator Jan van Aken, Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) sowie „Stern“-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges eingeladen.

Bosbach hatte die am späten Mittwochabend ausgestrahlte Sendung nach einem Wortgefecht mit Ditfurth vor laufenden Kameras verlassen. Diese hatte kurz zuvor gesagt, in Hamburg seien Demonstranten die „Grundrechte weggenommen“ worden, „weil Leute schwarz gekleidet waren“.

Offenbar vergaß Ditfurth dabei, dass die Gewalttäter nicht nur schwarz gekleidet, sondern zusätzlich großteils vermummt gewesen waren, was bei Demonstrationen verboten ist.

Bosbach geht: „Unerträglich!“

Bosbach, der ihr im Verlauf der Sendung die Verharmlosung der Krawalle rund um den G20-Gipfel vorwarf, nannte Ditfurth daraufhin „persönlich und in ihrem Verhalten unerträglich“ und verließ das Studio.

https://www.youtube.com/watch?v=8B3uej4Cejs

Ihm sei der Kragen geplatzt, weil Ditfurth einen ebenfalls eingeladenen Polizeikommissar permanent der Lüge bezichtigt habe, sagte Bosbach dem SWR am Donnerstag. Der am Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag scheidende CDU-Politiker wird seit Jahren häufig in TV-Talkshows eingeladen.

[Ganze Sendung bei „Das Erste“]

Updated: 2017-07-13 13:47:37


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