Tiefe Kluft zwischen gesetzlichen Renten und Beamtenpensionen

Mehr als jede zweite gesetzliche Rente liegt unter 1.000 Euro - im Vergleich dazu liegen nahezu zwei Drittel der Pensionen von Bundesbeamten (65,2 Prozent) oberhalb von 2.000 Euro.
Titelbild
Alte und junge Frau sitzen am Strand.Foto: über dts Nachrichtenagentur
Epoch Times24. August 2020

Zwischen gesetzlichen Renten und Beamtenpensionen besteht eine tiefe Kluft. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Samstagausgaben berichten. Danach liegt mehr als jede zweite gesetzliche Rente (56,2 Prozent) unter 1.000 Euro.

Fast ein Viertel der Rentner (23,8 Prozent) –– das sind fast fünf Millionen Menschen –– bekommt laut den Angaben der Regierung sogar weniger als 500 Euro aus der gesetzlichen Versicherung.

Im Vergleich dazu liegen nahezu zwei Drittel der Pensionen von Bundesbeamten (65,2 Prozent) oberhalb von 2.000 Euro. Bei den Pensionen der Bundesbeamten liegen 34,8 Prozent unter 2.000 Euro, 45,6 Prozent zwischen 2.000 und 3.000 Euro, 14,6 Prozent zwischen 3.000 und 4.000 Euro, 3,0 Prozent zwischen 4.000 und 5.000 Euro und 1,9 Prozent über 5.000 Euro.

Linke fordern: „Löhne, die Hartz IV im Alter bedeuten, darf es nicht mehr geben“

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte dem RND mit Blick auf die Zahlbeträge bei der gesetzlichen Rentenversicherung: „Wir steuern auf millionenfache Altersarmut zu.“ Die Menschen müssten besser bezahlt und im Alter besser abgesichert werden. „Löhne, die Hartz IV im Alter bedeuten, darf es nicht mehr geben“, so Bartsch.

Es sei verantwortungslos, dass die große Koalition nach der Verabschiedung ihrer „klein gerupften Grundrente“ die Rentenpolitik faktisch eingestellt habe und bis zur Wahl die Hände in den Schoss lege. Stattdessen sei es Zeit für eine Neuordnung des Rentensystems. „Nicht die Pensionen sind zu hoch, sondern die Renten zu niedrig“, sagte der Linken-Politiker dem RND.

Bartsch forderte eine Rentenversicherung, in die auch Abgeordnete, Beamte und Selbstständige einzahlen. „Das wäre ein wesentlicher Punkt, die Finanzierung fairer zu gestalten, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu stärken und höhere Renten zu ermöglichen, insbesondere für Menschen, die jahrzehntelang eingezahlt haben und trotzdem mit ihrer gesetzlichen Rente kaum über die Runden kommen“, sagte er. (dts)



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