Mensagate in Külsheim – jetzt spricht der Rektor: „Es geht hier nur um anständiges Essen“

Von 3. April 2019 Aktualisiert: 3. April 2019 14:35
Ein Modell für Klimasozialismus in der Schulkantine? Die Debatte um eine Neuausrichtung der Mensa an einer Gemeinschaftsschule in Külsheim hat bundesweite Wellen geschlagen. Im Gespräch mit der Epoch Times erklärt Rektor Udo Müller nun, warum das ein Sturm im Wasserglas gewesen sei.

Ein Artikel verschwindet aus einer Lokalzeitung, ein Blog wittert einen Probelauf für die Ökodiktatur: Rektor Udo Müller von der „Pater Alois Grimm“-Gemeinschaftsschule im baden-württembergischen Külsheim hätte nie und nimmer damit gerechnet, dass die Mensaverpflegung an seiner 500 Kinder unterrichtenden Schule zum bundesweiten Anlass für Aufregung und Häme werden könnte.

Es sollte jedoch ganz anders kommen: Am 22. März erschien im „Main-Echo“ ein Artikel, auf den später das Blog „Achse des Guten“ Bezug nahm. Darin wurde berichtet, Schulleiter Müller habe unter dem Eindruck der „Fridays for Future“-Bewegung gleichsam par ordre du mufti sämtliche Fleischgerichte aus der Schulkantine verbannt. Der ursprüngliche Beitrag in der Lokalzeitung ist mittlerweile aus dem Netz verschwunden, was zusätzlichen Anlass zu Argwohn gab, im grün-schwarzen Baden-Württemberg könnte es Bestrebungen zur Unterdrückung kritischer Berichterstattung geben. Wir haben erstmals am Dienstag über den Sachverhalt berichtet.

Dass der Main-Echo-Artikel mittlerweile nicht mehr abrufbar ist, geht tatsächlich darauf zurück, dass er mit der Zeitung ein Gespräch geführt habe, erklärt Müller gegenüber der Epoch Times. Druck sei dabei jedoch nicht ausgeübt worden. Vielmehr sei man aufseiten der Zeitung selbst zu der Erkenntnis gekommen, dass die Berichterstattung übermotiviert gewesen sei. Insbesondere habe der verantwortliche Journalist gemessen am tatsächlichen Anlass auch Interpretationen vorgenommen, die durch die Faktenlage nicht gerechtfertigt gewesen wären. Umso mehr treffe dies auf Blogs zu, die das Thema später aufgegriffen hätten.

Hühner-Nuggets und Currywurst in Aluschalen kein Idealzustand

Müller klagt über eine „äußerst oberflächliche Berichterstattung“ und „Flüsterpost-Journalismus“, die zu der Aufregung geführt hätten. Vielmehr gehe es mit Blick auf die Mensaverpflegung um einen offenen Prozess und vor allem um eine reine Sachfrage, die schon seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren die Schulgremien bewege.

Als er den Posten übernahm, sei die Schulverpflegung durch Zustände gekennzeichnet gewesen, die nicht nur ihm selbst, sondern auch Lehrern und Eltern als nicht tragbar erschienen seien. Vor allem im Elternbeirat sei wiederholt Unzufriedenheit darüber laut geworden, dass in der Mensa überteuerte Portionen in Aluschalen angeboten würden. Zudem sei das Nahrungsangebot einseitig gewesen. Ein Fokus auf Gerichten wie Hühner-Nuggets, Currywurst oder Pommes frites habe eher den Eindruck eines „Fast-Food-Restaurants“ vermittelt. Dies könne nicht die Aufgabe einer Schulverpflegung sein, betont Müller.

Deshalb habe man sich auch gemeinsam darüber Gedanken gemacht, wie zum einen das Essen in der Schule qualitativ hochwertiger gestaltet, zum anderen aber vor allem unnötiger Anfall von Müll vermieden werden könne. Er habe in diesem Zusammenhang auch Entscheidungen getroffen, erklärt Müller, die er nicht mit jedem einzelnen Elternteil zuvor erörtert habe. Im Zuge des gemeinsamen Diskussionsprozesses seien jederzeitige Verbesserungen möglich. Seit 1. April seien beispielsweise Mehrportionsschalen in der Mensa im Einsatz, die nicht mehr aus Alufolie, sondern aus kompostierbarem „Biopap“-Material gefertigt seien.

Im Gespräch sei jedoch auch, künftig das Essen auf Tellern auszugeben. Diesbezüglich stehe eine endgültige Entscheidung jedoch noch aus.

„Was die Kinder zu Hause essen, geht uns nichts an“

Vorschreiben wolle er jedenfalls niemandem, was er zu essen habe, tritt Udo Müller im Gespräch mit der Epoch Times anderslautenden Darstellungen entgegen, schon gar nicht in der Freizeit. Deshalb seien auch Berichte über Fluchtbewegungen an die Imbissbude unzutreffend. Mungobohnenkeimlinge und andere exotische Vegan-Gerichte, von denen die Rede war, stünden zudem auch nicht auf dem Speiseplan.

Es gehe ihm und auch den Gremien einzig um „anständiges Essen“ in der Mensa, wobei Gesundheit, Abwechslung, sicher auch Nachhaltigkeitsaspekte, vor allem aber auch die Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern von zentralem Interesse seien. Diese könnten gerne auch Fleischgerichte anbieten. Allerdings, so Müller, müsse dies nicht täglich der Fall sein. In der Schule solle Fleisch nach seiner Vorstellung einmal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. Was die Kinder zu Hause bevorzugen und wie häufig, sei ohnehin nicht sein Kompetenzbereich und es liege ihm fern, dazu Empfehlungen zu geben.

„Ich persönlich bin weder Vegetarier noch Veganer, habe aber tatsächlich meinen persönlichen Fleischkonsum auf wenige Tage in der Woche reduziert und so ist auch das generelle Ansinnen der ‚Mensaverpflegung‘“, erklärt Müller. Es gehe letztlich darum, von der Ausgangslage „4x die Woche Pommes mit Chicken Nuggets oder Currywurst in Aluschalen“ wegzukommen – hin zu einem „anständigen Essen, das auf einem Teller serviert wird“.

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