Merkel massiv beschimpft bei Wahlkampf in Sachsen und Thüringen + VIDEO

In Sachsen und Thüringen traf Bundeskanzlerin Angela Merkel heute bei Wahlkampfauftritten auf Proteste. Im Erzgebirge waren es 150, in Apolda rund 30 Menschen, die die Kanzlerin mit ohrenbetäubendem Lärm störten.
Titelbild
Bundeskanzlerin Angela Merkel musste sich in Annaberg-Buchholz gegen lautstarken Protestlärm behaupten.Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Epoch Times17. August 2017

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei Wahlkampfauftritten in Sachsen und Thüringen von Protestierenden empfangen worden. Mit Trillerpfeifen und „Hau ab“-Rufen wurde ihr Auftritt in der Erzgebirgsstadt Annaberg-Buchholz akustisch gestört. Auch Merkels Auftritt im thüringischen Apolda wurde von heftigen Beschimpfungen begleitet.

Rund 150 Demonstranten fanden sich auf dem Marktplatz  in Annaberg ein, um der Kanzlerin einen ohrenbetäubenden Empfang zu bereiten. Die Region gehört zu den Hochburgen der Pegida-Bewegung und AfD. Auf Plakaten stand „Volksverräter“, „Nicht meine Kanzlerin“ oder „Merkels DDR 2.0“. Die Demonstranten lärmten während des gesamten Auftritt und die Kanzlerin musste beim Sprechen angestrengt dagegen ankämpfen.

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Die Polizei erteilte mehrere Platzverweise. Insgesamt seien neun Straftaten registriert worden, berichtet Dpa: zweimal das Zeigen des Hitlergrußes, drei Beleidigungen, drei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie einmal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, laut Polizei.

Merkel verteidigt Asylpolitik

Merkel wurde von einem starken Aufgebot an Sicherheitskräften geschützt. Vor mehreren hundert, teils geladenen Zuhörern ging sie schon zu Beginn der Veranstaltung auf die Demonstranten ein: „Manche können nur schreien, manche wollen etwas bewegen, andere rufen nur“, sagte sie.

Die Kanzlerin nahm den Protest zum Anlass, ihr Verhalten in der Migrationskrise zu verteidigen: „Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, Menschen zu helfen, die in Not sind. Das war ein gutes Stück Deutschland in einer humanitären Notlage.“

Ein Jahr wie 2015 solle und dürfe sich aber nicht wiederholen, sagte Merkel. Es sei aber nicht Politik der Union, eine Gruppe gegen eine andere auszuspielen. „Wir unterscheiden nicht, sondern wir akzeptieren auch Unterschiede.“

Protest in Apolda

Beim Wahlkampfauftakt der thüringischen CDU auf dem Gelände der Landesgartenschau in Apolda riefen rund 30 Menschen: „Hau ab“, „Lügenpack“, „Heuchler“ oder „Volksverräter“. Auf einem Transparent stand: „Grenzen hoch und Schotten dicht“; auf einem anderen: „Wer CDU wählt, wählt unbegrenzte Einwanderung von Scheinasylanten“. Merkel sagte mit Blick auf die Rufe nur: „Ja, kennen wir ja schon.“

Vor einem Monat hatte es bereits bei Besuchen von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in Dresden und Zwickau lautstarke Proteste  gegeben. (dpa/rf)

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