Angela Merkels Beliebtheitswerte sind weiter hoch - während ihre CDU in den Umfragen klar unter 30 Prozent dümpelt.Foto: Britta Pedersen/dpa

Merkel hat 65. Geburtstag und leitet ganz normal die Kabinettssitzung

Epoch Times17. Juli 2019 Aktualisiert: 17. Juli 2019 7:08
Die Kanzlerin hat Geburtstag. Warme Worte kommen von einem, der Merkel in der Vergangenheit auch schon mal scharf kritisiert hat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel feiert heute ihren 65. Geburtstag. Großes Aufheben darum macht die CDU-Politikerin allerdings nicht.

Vielmehr leitet sie wie üblich die Sitzung des Bundeskabinetts. Auf den Tag angesprochen, hatte Merkel in der vergangenen Woche gesagt: „Das bedeutet eben, dass man nicht jünger wird. Aber erfahrener vielleicht.“

Merkel ist seit November 2005 Bundeskanzlerin. Zuletzt drehten sich die Schlagzeilen um ihren Gesundheitszustand, nachdem sie dreimal innerhalb von drei Wochen Zitterattacken erlitten hatte – stets bei öffentlichen Terminen im Stehen.

Merkel fühlt sich gut leistungsfähig

Sie sei „fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin“, versicherte sie. Bei Empfängen zweier ausländischer Regierungschefinnen hatte sie zuletzt pragmatisch reagiert – und der Nationalhymne im Sitzen gelauscht.

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte Merkel zu ihrem Geburtstag als „herausragende Persönlichkeit im Kanzleramt“.

„Denn selbst im Sitzen strahlt die deutsche Regierungschefin noch mehr politische Kraft aus als viele, die stehend und in scheinbarer Größe vor ihr posieren“, schrieb Gabriel in einem Beitrag für den Berliner „Tagesspiegel“.

Mehr Sein als Schein ist nicht nur ihr politisches (Über-)Lebensmotto.

Was immer man von den einzelnen politischen Entscheidungen Merkels halten möge:

Sie hat als deutsche Bundeskanzlerin unserem Land Gutes und gutgetan, so Gabriel.

Merkel stand in den vergangenen Jahren auch in der Kritik, vor allem ihre Haltung in der Flüchtlingspolitik polarisierte. Doch ihre Beliebtheitswerte sind hoch – während ihre CDU, deren Vorsitz sie Ende vergangenen Jahres abgegeben hat, in den Umfragen klar unter 30 Prozent dümpelt.

Güllner findet warme Worte für die Kanzlerin

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, führt Merkels Ansehen unter anderem auf ihren unprätentiösen Stil zurück.

Das Herausragende ist, dass sie vielen Menschen das Gefühl von Sicherheit und Stabilität vermittelt hat. Sie hat vermittelt, dass sie sich um die Sorgen der Menschen tatsächlich kümmert, ohne da ein großes Brimborium drum zu machen, sagte Güllner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch).

Bei ihr hätten die Bürger das Gefühl, „sie kann auch bei den geopolitisch schwierigen Verhältnissen, die wir gerade heute haben, eher mit den merkwürdigen Herren in der Welt umgehen als andere“, sagte Güllner.

„Das in Summe macht das positive Bild von Merkel aus.“ Das Vertrauen in Merkel habe trotz teils sehr kritischer Berichterstattung in den Medien über die Jahre kaum gelitten.

Das letzte Mal

Merkel hat klargemacht, dass dies ihre letzte Legislaturperiode in der Politik ist. Die große Frage ist, wie lange die große Koalition hält – angesichts der ständigen Reibereien in dem schwarz-roten Bündnis, zuletzt bei der Nominierung Ursula von der Leyens als EU-Kommissionspräsidentin.

Zumindest diese Baustelle wurde kurz vor Merkels Geburtstag abgeräumt, und als Nachfolgerin im Verteidigungsministerium ist CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gefunden. Insofern stünde einem baldigen Sommerurlaub der Kanzlerin wohl nichts im Weg.

Zu ihrem 60. Geburtstag hatte sich Merkel übrigens einen wissenschaftlichen Vortrag des Historikers Jürgen Osterhammel gewünscht, zum 50. hatte der Hirnforscher Wolf Singer über die „Utopie der Planbarkeit der Zukunft“ referiert. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion