Merkels Rede nach BKA-Besuch: „Stolz“ auf besonnene Reaktion der Bevölkerung nach Anschlag

Epoch Times22. Dezember 2016 Aktualisiert: 22. Dezember 2016 21:13
Sie lobte die gute Arbeit der Behörden: Hier Merkels Presseerklärung im Wortlaut, die sie nach ihrem BKA-Besuch zum Stand der Ermittlungen zum Berliner Anschlag hielt.

+++ Update 16:10: Merkel „stolz“ auf besonnene Reaktion der Bevölkerung +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die besonnene Reaktion der Bürger auf den Anschlag in Berlin mit zwölf Toten und 56 Verletzten begrüßt. „Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die Menschen, die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin.

De Maizière: Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Amri am Lastwagen

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtmarkt haben Ermittler Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri im Fahrerhaus des Lkw gefunden, mit dem am Montagabend 12 Menschen getötet und rund 56 verletzt worden waren. Das teilte Innenminister Thomas de Maizière bei einem Besuch des Bundeskriminalamtes in Berlin mit.

Die Kanzlerin hatte sich zuvor gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) beim Bundeskriminalamt in Berlin über den Stand der Ermittlungen informiert.

Hier der vollständige Wortlaut von Bundeskanzlerin Merkel:

„Ich möchte mich bedanken beim Präsidenten des Bundeskriminalamtes, stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter. Ich bin zusammen mit dem Bundesinnenminister und dem Bundesjustizminister heute hierher gekommen, um mich einmal über die Arbeit, die hier stattfindet – einmal im Zusammenhang mit dem Täter und seiner hoffentlich baldigen Festnahme – über diese Arbeiten zu informieren. Und ich darf sagen, dass die hochprofessionelle Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BKA in Verbindung mit den anderen Behörden, mit den Länderbehörden, aber auch den Bundesorganisationen, reibungslos funktioniert. Dass hier mit großem Elan gearbeitet wird. Weil alle hier auch wissen, dass Millionen Menschen natürlich darauf hoffen, dass wir bald des Täters habhaft werden können.

Wir haben theoretisch schon seit langem gewusst – der Bundesinnenminister hat es auch immer wieder gesagt – dass wir auch Zielscheibe des islamistischen Terrorismus sind. Trotzdem ist dann – wenn solch ein Fall eintritt wie dieser terroristische Anschlag auf den Breitscheidplatz – das natürlich auch noch einmal etwas ganz anderes. Und deshalb sind in jeder Stunde unsere Gedanken auch bei den Angehörigen der Opfer, bei denen die im Krankenhaus sind, die verletzt sind. Gerade ihnen schulden wir auch die bestmögliche Arbeit.

Es ist gut auch zu wissen, wie wir international vernetzt sind, wie es eine reibungslose Kooperation auch mit den zuständigen Behörden anderer Länder gibt, von denen auch andere Anschlagsgegenstand waren und die sich mit den terroristischen Herausforderungen gut auskennen. Ich kann sagen, dass wir in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um der terroristischen Gefahr besser begegnen zu können. Ich will an dieser Stelle auch noch einmal die Einrichtung von Bund und Ländern zur gemeinsamen Terrorismus-Abwehr erwähnen. Beispielhaft für andere ist auch die Einrichtungen zur Internetüberwachung.

Das macht mich zuversichtlich, dass wir die Bewährungsprobe, in der wir uns insgesamt befinden, wirklich bestehen können, weil wir professionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die mit ganzer Kraft zur Aufklärung eines solchen Ereignisses beitragen. Weil wir aber auch wissen, dass wir die Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf unserer Seite haben. Und damit – da bin ich zuversichtlich – auch in der Lage sein werden, unser freies und offenes Leben, ein gutes Miteinander in der Gesellschaft auch beizubehalten.

Und ich muss sagen, ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert haben. Und ich wünsche allen, die hier arbeiten, ein gutes Gelingen. Unsere Gedanken sind bei ihnen und mit ihnen. Herzlichen Dank.“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich am Donnerstagnachmittag beim Bundeskriminalamt über den Stand der Ermittlungen nach dem Berliner Terroranschlag informieren. Dafür besucht sie gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Bundesjustizminister Heiko Maas eine Zweigstelle der Behörde in Berlin. Anschließend will sie eine Presseerklärung abgeben.

Unterdessen läuft weiterhin die Fahndung nach dem am Donnerstag 24 Jahre alt gewordenen Tunesier Anis Amri. Er steht unter dringendem Tatverdacht, am Montagabend mit einem Lkw über den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast zu sein und zwölf Menschen getötet zu haben.

Hier Merkels Presseerklärung live anschauen.

 

(dts)

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