Mindestlohn in Pflegebranche: 53 Jahre Arbeit für Grundsicherungsrente

Epoch Times19. Mai 2020 Aktualisiert: 19. Mai 2020 14:43

Wer in der Pflege den Mindestlohn bekommt, müsste bei einer 35-Stunden-Woche 53 Jahre arbeiten, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Dienstag berichteten.

Die Grundsicherung liegt derzeit bei 814 Euro. Bei einer 30-Stunden-Woche müssten Pflegekräfte sogar 62 Jahre arbeiten, um auf diese Höhe zu kommen. Basis der Berechnungen ist der ab Juli gültige Mindestlohn für ungelernte Pflegekräfte von 11,60 Euro im Westen. Bei Einführung der geplanten Grundrente würde sich den Berechnungen zufolge die Dauer von 62 auf 36 Jahre beziehungsweise von 53 auf 35 Jahre reduzieren.

Die Linken-Pflegeexpertin Pia Zimmermann sagte dem RND, in der Pflege würden in den kommenden Jahren hunderttausende Beschäftigte zusätzlich gebraucht. Deshalb seien gute und auskömmliche Löhne erforderlich. „Nötig sind allgemeinverbindliche Tarifverträge, aber auch Mindestlöhne, die vor Armut im Alter und vor Armut trotz Arbeit sogar in Vollzeit schützen“, forderte sie. „Andernfalls steuern wir in der Altenpflege in eine Katastrophe“, warnte die Linken-Politikerin. (afp)

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