Eine Kassiererin im Supermarkt. Symbolbild.Foto: iStock

Minijobs verdrängen eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Stellen

Epoch Times20. Oktober 2021 Aktualisiert: 20. Oktober 2021 16:39

Ein zusätzlicher Minijob in einem Kleinbetrieb ersetzt laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) im Schnitt eine halbe sozialversicherungspflichtige Stelle.

„Minijobs sind demnach – zumindest in kleinen Betrieben – keine Ergänzung zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung“, erklärte IAB-Forscher Matthias Collischon am Mittwoch. Insgesamt verdrängen Minijobs demnach in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten bis zu 500.000 sozialversicherungspflichtige Stellen.

Für Betriebe und Minijobber lohnt sich die geringfügige Beschäftigung oftmals: Der Bruttolohn von maximal 450 Euro im Monat geht direkt an den Arbeitnehmer, der Betrieb zahlt einen festen Anteil der Löhne als Abgabe, die vor allem Sozialversicherungsbeiträge enthält. Insgesamt fallen so die Sozialabgaben für beide Seiten deutlich geringer aus als bei einer regulären Anstellung.

Die meisten Minijobber verbleiben im Niedriglohnsektor

Die arbeitspolitische Maßnahme, mit der insbesondere Langzeitarbeitslosen wieder in den Arbeitsmarkt geholfen werden soll, ist nicht unumstritten. Das IAB liefert mit seiner Studie basierend auf Arbeitsmarktzahlen der Jahre 1999 bis 2014 nun Zahlen dazu.

Da der Staat bei Minijobs auf einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge verzichtet, entstehen den Sozialkassen bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 300 Euro monatliche Kosten von 36 Euro, schreiben die Autoren in der Studie.

Bei rund sieben Millionen Minijobbern im Jahr 2019 beliefen sich die Kosten für die Sozialkassen demnach auf 3,02 Milliarden Euro im Jahr. Darüber hinaus entfielen bei Minijobbern auch die Einnahmen aus der Lohnsteuer.

Insbesondere kleine Betriebe verließen sich dabei auf Minijobber. So waren im Jahr 2014 im Durchschnitt fast 40 Prozent der Belegschaft in kleinen Betrieben in Minijobs beschäftigt, bei größeren Betrieben lag der Anteil hingegen bei lediglich zehn Prozent. Insgesamt entfielen auf kleine Betriebe 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Stellen und 36 Prozent aller Minijobs.

Auch eine weitere mit den Minijobs verbundene Hoffnung habe sich nicht bewahrheitet: Nur selten führten Minijobs zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die meisten Minijobber verblieben vielmehr im Niedriglohnsektor und arbeiteten weiterhin unterhalb ihres Qualifikationsniveaus, teilte das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende IAB weiter mit. (afp/dl)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Aus wirtschaftlicher Sicht besteht Sozialhilfe darin, Geld von einigen Menschen zu nehmen und seinen Wert auf andere zu übertragen. Die Regierung ist für die Verteilung des Reichtums verantwortlich. Dadurch geht das Wissen darüber verloren, dass man arbeiten muss, um etwas zu bekommen.

Einige staatliche Hilfen sind durchaus vernünftig, wie etwa die soziale Absicherung von Opfern von Katastrophen oder Unfällen. Aber die positiven Aspekte der Sozialhilfe machen diese zu einem bequemen Instrument der Täuschung und werden als Vorwand benutzt, um die Steuern zu erhöhen.

Hohe Steuerlasten belasten nicht nur die Reichen. Während die Reichen oft über verschiedene rechtliche Mittel verfügen, um sich vor Steuern zu schützen, erhalten die Armen keine Sozialleistungen mehr, wenn ihr Einkommen über eine bestimmte Schwelle hinaus ansteigt. Kurz gesagt, wer härter arbeitet, wird bestraft.

Eine hohe Steuerlast, Sozialhilfe und der Wohlfahrtsstaat sind Werkzeuge des Kommunismus. Genau darum geht es im 9. Kapitel des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ mit dem Titel: „Die kommunistische Wohlstandsfalle“. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion