Müller will Krisengebiete wegen Corona-Pandemie besser schützen

Epoch Times29. März 2020 Aktualisiert: 29. März 2020 15:51
Das Entwicklungsministerium erarbeite nach Angaben von Minister Gerd Müller ein Programm für Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und der wirtschaftlichen Folgen in Entwicklungsländern, vor allen in Flüchtlingsregionen. Dazu werde auch der Etat seines Ministeriums "deutlich" umgeschichtet. 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will Menschen in Krisengebieten besser vor der Coronavirus-Pandemie schützen. Sein Ministerium erarbeite ein „umfassendes Programm für die notwendigen Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und der wirtschaftlichen Folgen in Entwicklungsländern, insbesondere in Flüchtlingsregionen wie dem Krisenbogen um Syrien“ sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu werde auch der Etat seines Ministeriums „deutlich“ umgeschichtet.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in der Krisenregion um Syrien richtet sich bisher schon auf den Gesundheitsschutz aus. Nach Angaben des Ministeriums finanziert Deutschland in Syrien etwa die Gehälter für das Gesundheitspersonal. Das sichere die medizinische Betreuung von mehr als 350.000 Personen. Für 700.000 Menschen sei Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht worden – und für 645.000 Menschen zur Abwasserversorgung.

Die Pandemie treffe „jetzt mit aller Härte die ärmsten Menschen in den Flüchtlings- und Krisenregionen“, sagte Müller. Der CSU-Politiker hob die Situation in Syrien hervor, wo das Gesundheitssystem nach neun Jahren Krieg kaum noch handlungsfähig sei.

Auch im Libanon, wo viele Syrer leben, drohten wegen der Pandemie „katastrophale Konsequenzen“, warnte Müller. Die Unterstützung der Flüchtlinge und ihrer Aufnahmestaaten im Nahen Osten müsse daher ausgebaut werden.

„Wir sollten auch in der Krise Solidarität mit den Ärmsten zeigen“, forderte Müller. Es dürfe in der Coronavirus-Pandemie „nicht zu einer Benachteiligung der Armen gegenüber den Reichen“ kommen.

Guterres ruft zu weltweitem Waffenstillstand auf

Angesichts der Pandemie hatte UN-Generalsekretär António Guterres diese Woche zu einem sofortigen weltweiten Waffenstillstand aufgerufen. Am Samstag forderte der Leiter der UN-Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, einen Waffenstillstand für das Bürgerkriegsland.

Syrien hat bislang fünf Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Besonders von dem neuartigen Coronavirus bedroht sind die rund 6,5 Millionen syrischen Binnenflüchtlinge. Vor allem die hunderttausenden Zivilisten in der nordsyrischen Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze leben unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und ohne Zugang zu medizinischer Grundversorgung. (afp)

 

 

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