Münster: Pfarrer predigt über Vergebung nach Kindesmissbrauch und nennt entsetzte Gläubige „schreienden Mob“

In Münster kam es bei einem Gottesdienst zum Eklat. Ein Priester sprach über Vergebung auch für diejenigen die Missbrauch begangen haben. Jetzt soll der heftig kritisierte Pfarrer in Münster nicht mehr predigen.

Bischof Felix Genn habe dem 79-jährigen emeritierten Pfarrer Ulrich Zurkuhlen diesen Wunsch mitgeteilt und gehe davon aus, dass dieser sich daran halten werde, sagte ein Bistumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Es handele sich nicht um ein formales Predigtverbot. Denn die Äußerung sei dem Bistum selbst nicht wörtlich bekannt, es gebe keinen Text. Die Gemeinde hat zu einem öffentlichen Gespräch über die Predigt für Montag eingeladen. Der Pfarrer verteidigte unterdessen seine Predigt.

Pfarrer bezeichnet entsetze Gläubige als „schreienden Mob“

Die Predigt sorgte für entsetzen bei den Besuchern der Münsteraner Heilig-Geist-Kirche. Ein Teil des Chores und rund 70 Gottesdienstteilnehmer verließen beim Thema Missbrauch und Vergebung die Predigt des 79-Jährigen unter lautem Protest, berichtete „Kirche-und-Leben.de“. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Sonntag.

Er sei mit seiner Stimme nicht gegen „den schreienden Mob“ angekommen und habe seine Predigt abgebrochen, zitierte das Internetportal den Pfarrer. Demnach sollen in dem Gottesdienst, in dem es zum Eklat kam, auch Missbrauchsopfer gewesen sein.

Zurkuhlen sagte der dpa am Freitag: „Man kann theologisch gesehen auch Priestern vergeben, die sich an Minderjährigen vergangen haben.“ Der Pfarrer schilderte, sein Thema wäre Vergebung gewesen. Dabei habe er auch sinngemäß die Bemerkung gemacht, dass es notwendig wäre, „dass Verantwortliche der Kirche allmählich den sogenannten Verbrechern ein Wort der Vergebung schenken sollten“.

Ob er dabei das Wort Priester benutzt habe, wisse er nicht mehr. Er habe frei gesprochen. Er hätte es auch nicht bei dieser einen Bemerkung belassen wollen, sondern weiter ausführen, betont der Pfarrer. Doch durch das Geschrei in der Kirche hätte er sich nicht einmal mit dem Mikrofon verständlich machen können. Deshalb hätte er die Predigt abgebrochen.

„Kein Täter hat ein Recht auf Vergebung“

Zurkuhlen betonte, dass „Vergebung eine Grundaussage der Christen“ sei und den Schuldigen vergeben werde solle. Eine strafrechtliche Aufarbeitung der Fälle von Missbrauch Minderjähriger in der Kirche sei davon unabhängig.

Stefan Rau, leitender Pfarrer der zuständigen Pfarrei St. Joseph betonte gegenüber der Agentur: kein Täter habe ein Recht auf Vergebung. Es gehe um die Opfer und deren Rechte. Er verwies auch auf das Gespräch am Montag und betonte weiter, dass die Äußerungen Zurkuhlens Folgen haben müssten. Das schulde man auch den Opfern, so Rau. (dpa/so)

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/muenster-pfarrer-predigt-ueber-vergebung-nach-kindesmissbrauch-und-nennt-entsetzte-glaeubige-schreienden-mob-a2935332.html