Markus Söder.Foto: Zick - Pool/Getty Images

„Müssen das ganze Land leider noch stärker herunterfahren“

Epoch Times28. November 2021 Aktualisiert: 28. November 2021 11:50

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat drastische bundesweite Maßnahmen gefordert, um die vierte Corona-Welle zu brechen. „Zum Schutz unseres Gesundheitssystems müssen wir das ganze Land leider noch stärker herunterfahren“, sagte der CSU-Chef der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagsausgabe). „Die Warnungen der Leopoldina sind ein Weckruf“, sagte er. „Es braucht jetzt konsequente Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, einen Lockdown für Hotspotregionen, Masken in allen Schulen und Fußballspiele ohne Zuschauer.“

Der CSU-Chef mahnte: „Jeder Tag des Wartens und Zögerns ist ein verlorener Tag.“ Ganz Deutschland steuere auf eine Notlage zu, „die kommende Bundesregierung darf nicht länger tatenlos zuschauen“.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte angesichts der stark steigenden Infektionszahlen sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen angemahnt. Söder forderte: „Eine Bundesnotbremse muss noch in dieser Woche beschlossen werden.“ Gebraucht werde „wieder ein einheitliches Corona-Management für ganz Deutschland und kein Flickenteppich“. Deshalb müsse es schnellstmöglich eine Ministerpräsidentenkonferenz geben. Erforderlich sei zudem „ein neues Gesetz, das der dramatischen Situation gerecht wird – und endlich den neuen Bundesgesundheitsminister“.

Niemand könne derzeit abschätzen, wie sich die neue, deutlich gefährlichere Omikron-Variante aus Südafrika auswirken werde. „Deshalb müssen alle Flüge aus Südafrika gestoppt werden“, so Söder. „Im Übrigen braucht es mehr Impfstoff für die Länder, umfangreiche Entschädigungen für die Wirtschaft wie im vergangenen Jahr und eine Impfpflicht für alle ab Januar. Das ist ein Notpaket für Deutschland.“

Drosten rät zu Schnelltests für Geimpfte nur bei Symptomen

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält indes 2G-Plus-Regelungen im privaten und öffentlichen Bereich nur für bedingt sinnvoll. „Eine blinde Testung bei gesunden Geimpften ist nicht nur logistisch schwierig, sondern möglicherweise auch in ihrer Aussagekraft eingeschränkt“, sagte er dem „Spiegel“. Bei Geimpften sei der Einsatz von Tests dann ratsam, wenn Symptome vorliegen.

Es sehe so aus, als ob Infektionen bei Geimpften gerade in den ersten Tagen der Infektion nicht so gut durch einen Antigen-Schnelltest nachzuweisen sind. „Das ist aber allein eine erste Einschätzung“, sagte Drosten. Die aktuelle Corona-Welle durch Tests zu durchbrechen, ist aus Sicht des Virologen nicht mehr realistisch.

Der Aufwand zur Infektionskontrolle solle sich stattdessen darauf konzentrieren, neue Infektionen bei Ungeimpften zu vermeiden. „Eine neue Modellierungsstudie zeigt, dass selbst bei niedrigerer Impfquote die Übertragung ganz überwiegend von Ungeimpften ausgeht.“ Auf Twitter hatte sich Drosten bereits gegen 3G-Regelungen ausgesprochen. Stattdessen gelte es, Impflücken zu schließen, zu boostern und bis dahin die Kontakte zu reduzieren. (afp/dts/oz)



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