Muslimische Gemeinschaft in Deutschland: „Hass- und Hetzkampagne der AfD verletzt zutiefst“

Epoch Times20. September 2017 Aktualisiert: 20. September 2017 15:28
Die muslimische Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland beklagt, die "Hass- und Hetzbotschaften der AfD-Führung sechs Tage vor der Bundestagswahl". Die Vorwürfe der AfD gegenüber dem Islam zeigten von fehlender Sach- und Fachkenntnis, so der Verein. 

„Die Hass- und Hetzbotschaften der AfD-Führung sechs Tage vor der Bundestagswahl machen uns Muslime in ganz Deutschland fassungslos und verletzen zutiefst“, heißt es in einer Presseaussendung von Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland.

Die muslimische Gemeinschaft beklagt: die AfD betreibe „geistige Brandstiftung für eigenen Stimmenfang und zulasten der Minderheiten in Deutschland“. Die Partei greife Muslime an und propagiere „eine Hass- und Hetzkampagne gegen den sozialen Zusammenhalt unserer pluralen Gesellschaft“.

Den Moscheebesuch von AfD-Politiker Jörg Meuthen in 2016 hätten die Muslime in Deutschland als Zeichen für die Dialogbereitschaft gesehen, schreibt Ahmadiyya Muslim Jamaat weiter. Doch nun verbreite die Partei „wider besseren Wissens Vorurteile gegen Muslime, muslimisches Leben und Deutschland“. Die Vorwürfe der AfD gegenüber dem Islam zeigten von fehlender Sach- und Fachkenntnis, so der Verein.

Die muslimische Gemeinschaft schreibt: „Die Vorurteile der AfD, die im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz geäußert wurden, entgegnen wir vehement und vollumfänglich.“

  • Der Heilige Quran ordnet den Muslimen Loyalität zum Staat.
  • Islam lehnt Zwangsheiraten ab. Gemäß Aussagen des Heiligen Propheten Muhammad (saw) sind solche Heiraten ungültig.
  • Alle Moscheen der Ahmadiyya Muslim Jamaat und anderen Islamverbänden stehen täglich jedem Besucher offen. Predigten in Moscheen der AMJ werden auf Deutsch gehalten.
  • Die Ahmadiyya Muslim Jamaat bildet eigene Imame in einem 7-jährigen Studium in Deutschland zu Theologen und Geistlichen aus.
  • Islam versteht den Jihad vor allem als den ewigen Kampf gegen Egoismus und niedere Instinkte. Wir lehnen Gewalt im Namen der Religion ab.

Weiter heißt es: die Ahmadiyya Muslim Jamaat suche das Gespräch und biete sich immer als Ansprechpartner für einen Dialog an. Dieser Gesprächskanal könne auch von der AfD genutzt werden. (so/pm)

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