Muslimischer Vater erwürgte seine 19-jährige Tochter wegen Sex vor der Ehe

Epoch Times30. November 2015 Aktualisiert: 30. November 2015 15:42
Ein 19-jähriges Mädchen wird von ihrem eigenen Vater erwürgt. War die Mutter die treibende Kraft hinter der Tat? Die Ehe der beiden entstammte einer Zwangsheirat. Die selbstgewählte Liebe der Tochter war nicht erwünscht. Dann sollten die Liebenden schnell heiraten, sich aber vorher nicht mehr treffen. Doch das konnten sie nicht. Am Ende starb das Mädchen eines gewaltsamen Todes.

Das Landgericht Darmstadt muss sich derzeit mit der grausamen Tat eines muslimischen Ehepaares aus Pakistan befassen. Der 52-jährige Vater Asadullah Khan hatte seine 19-jährige Tochter Lareeb im Schlaf erwürft, weil das Mädchen Sex mit ihrem Verlobten hatte. Die 41-jährige Mutter der Jugendlichen schaute der religiös motivierten Tat billigend zu.

Zwangsheirat mit Spätfolgen

Asadullah Khan gab vor Gericht an, dass sein muslimischer Glaube und die traditionellen Werte seiner Heimat der Maßstab für seine Entscheidung gewesen seien.

Seine Frau Shazia Khan habe nur seine Anordnungen ausgeführt. Wie sich herausstellte, war die Heirat von Asadullah und Shazia keine Liebeshochzeit, sondern wurde von den Eltern arrangiert. Die Zwangsheirat hatte wohl ihre Spuren bei der Frau hinterlassen, was sie ihren Mann wohl zu spüren gab.

Die selbstgewählte Liebe der Tochter muss gerade für sie schwer zu ertragen gewesen sein. Neda, die 14-jährige Schwester des Opfers und Nebenklägerin und der Verlobte von Lareeb, Raheel T., sagten aus, dass die Mutter in der Familie die tonangebende Person gewesen sei und damit treibende Kraft hinter dem Verbrechen, so die "Frankfurter Neue Presse".

Der 25-Jährige sagte als Zeuge aus: "Sie hat ihrer Tochter auch schon vorher viel Leid zugefügt." Die Mutter habe dem Mädchen Kleidung weggenommen und ihr nichts mehr zu essen gegeben. "Der Vater hat versucht, Kontakt zu seiner Tochter zu halten", so Raheel T. "Die Mutter hat das aber unterbunden." Auch der Vater hatte das Mädchen schon einige Wochen vor der Tat gewürgt, wobei die Mutter danebenstand und nichts tat. "Sie hat zugeschaut", so der junge Mann.

Die Regeln einer muslimischen Gemeinde

Auch der Vater des Verlobten von Lareeb trat vor Gericht als Zeuge auf. Der 54-Jährige schilderte die Schwierigkeiten, welche sich aus den Regeln der muslimischen Gemeinde ergaben. Zum einen habe ihn die Gemeinde aufgefordert, eine rasche Heirat zwischen seinem Sohn und dem Mädchen zu arrangieren, was ihn sehr unter Druck gesetzt habe.

Zum anderen stellte sich das Problem mit den beiden unverheirateten älteren Geschwistern des jungen Mannes, die noch vor ihm an der Reihe gewesen wären. "Ich kann nicht einen dazwischen heiraten lassen", so der ebenfalls aus Pakistan stammende Mann.  "Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass die Tochter umgebracht wird. Das war ein Schock für uns", so der Taxiunternehmer in der FNP.

Eine unerlaubte Liebe, bis in den Tod

Seit Anfang 2014 soll sich die Tochter Lareeb heimlich mit ihrem Freund Raheel T., getroffen haben. Die junge Liebe entwickelte sich und die beide wollten heiraten. Doch die Eltern waren gegen die Beziehung. In ihren Augen sei es ihre Sache, einen Ehemann für die Tochter zu finden.

Als das junge Paar aufeinander besteht, willigen die Eltern zähneknirschend ein, bedingen sich aber eine Kontaktsperre bis zur Eheschließung. Doch das Liebespaar trifft sich weiterhin. Die Situation wird erdrückend, Lareeb zieht sich zurück, spricht kaum noch mit der Familie. Anfang 2015 kommt die Großmutter aus England zu besuch. Lareeb geht nicht zum Familientreffen, was für ihren Vater "ein unbeschreibliches Ereignis, das ihm den Verstand raubt" war, so dessen Anwalt Axel Schmidt.

Dann landete eine Anzeige der Polizei im Briefkasten. Lareeb hatte Kondome gestohlen, die sie offenbar nicht öffentlich kaufen wollte. Der Vater stellte sie zur Rede, es kommt zum Streit, der eskaliert. Das Mädchen soll nach ihm geschlagen haben. Seine Hände legen sich um ihren Hals, ihm Schwinden die Erinnerungen. Am Ende ist das Mädchen tot. Die Eltern brachten sie an einen Waldrand und rollten sie den Hang hinab.

Verhältnis zum Vater sei viel besser gewesen als zur Mutter

Eine gute Freundin von Lareeb sagte über den letzten Tag der jungen Frau: "Wir waren von morgens bis abends zusammen. Sie hatte Angst vor ihren Eltern. Aber ich habe gesagt, die werden doch nichts tun." Was Sarah F. nicht ahnen konnte, sie hatte sich schlimm getäuscht. "Ich hätte mir vorgestellt, dass sie ins Ausland verschleppt wird, dort verheiratet wird. Aber niemals, dass sie von ihren Eltern umgebracht wird, so die 19-jährige Freundin. "Sie hat nie ein schlechtes Wort über ihren Vater gesagt. Zu ihm hatte sie ein viel besseres Verhältnis als zu ihrer Mutter." Die Ausführungen vor Gericht seien für sie kaum zu ertragen.

Asadullah Khan würde die Tat am liebsten rückgängig machen, beteuerte er vor Gericht. Er habe seine Familie geliebt, besonders seine Töchter Lareeb und die jüngere Schwester Neda. Neda, die den Prozesstag von den Zuschauerplätzen beiwohnt, wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Auch Asadullah Khan bricht in Tränen aus.

Nach dem Geständnis des Vaters, hatte die Mutter, Shazia Khan über ihren Verteidiger Axel Kollbach mitteilen, dass sie von der Tat überrascht und anschließend gezwungen wurde, die Leiche mit wegzuschaffen. Kollbach beantragte, den Dolmetscher der ersten polizeilichen Vernehmung in den Zeugenstand zu rufen, da er die Übersetzungen für fehlerhaft und voller Missverständnisse halte, was seiner Mandantin Nachteile bereiten könnte. Der Mann befindet sich allerdings derzeit in Pakisten, wodurch die Urteilsverkündung verzögert werden könnte.

Anwalt hofft auf kulturelles Verständnis

Die Staatsanwaltschaft sieht eine besonders schwere Schuld bei den Eltern und fordert den Ausschluss einer vorzeitigen Entlassung nach 15 Jahren. Anwalt Axel Schmidt sieht den Vater als Opfer seiner Herkunft: "Das ist kein normal sozialisierter Mensch", so der Anwalt im "Focus". "Er lebt in dem Glaskasten seiner Gemeinde." Der muslimische Glaube betrachte Sex vor der Ehe als schwerstes Vergehen. Zu den Vorkommnissen gibt es mehrere Sichtweisen. (sm)

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