Hubert Aiwanger.Foto: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Nach dem Einzug in drei Landtage wollen die Freien Wähler in den Bundestag

Epoch Times10. September 2021 Aktualisiert: 10. September 2021 7:13

In Rheinland-Pfalz und in Brandenburg sitzen sie in Fraktionsstärke im Landtag, in Bayern sind sie zusätzlich sogar Regierungspartei: Die Freien Wähler konnten ihr Fundament in der politischen Landschaft in den vergangenen Jahren vergrößern. Für den 26. September erhoffen sie sich nun den erstmaligen Einzug in den Bundestag, wovon sie den Umfragen zufolge aber ein gutes Stück entfernt sind.

WAS HAT ES MIT DEN FREIEN WÄHLERN AUF SICH?

Die Freien Wähler haben ihre Wurzeln in der Kommunalpolitik. In vielen Städten und Gemeinden gibt es schon lange freie Wählergemeinschaften aus Kommunalpolitikern, die sich keiner klassischen Partei anschließen wollten. Diese freien Wählergemeinschaften bildeten dann 2010 eine bundesweit agierende Partei – die Freien Wähler. Bundesvorsitzender ist Hubert Aiwanger, der in Bayern die Freien Wähler stark machte und dort Wirtschaftsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident ist. Für die Bundestagswahl tritt er als Spitzenkandidat an.

WOFÜR STEHEN DIE FREIEN WÄHLER?

Sie bezeichnen sich als Partei der Mitte, die einen liberal-konservativen Kurs fährt. Ihr Programm soll „pragmatische Lösungen mit gesundem Menschenverstand“ bringen. Erklärtes Ziel der Freien Wähler ist, im Fall eines Einzugs in den Bundestag auch in die Regierung zu gehen – als Koalitionspartner der Union, falls nötig zusätzlich mit der FDP.

WIE STEHEN DIE CHANCEN ZUR BUNDESTAGSWAHL?

„Unser Ziel ist der Bundestag“, heißt es auf der Kampagnenseite der Freien Wähler. Von den dafür nötigen mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen sind sie aber noch ein gutes Stück entfernt: In den Umfragen laufen sie meist unter „Sonstige“, weil sie zu weit von der Fünfprozenthürde weg sind. Die besten bundesweiten Ergebnisse waren drei Prozent. In ihrem Stammland Bayern rangieren sie gerade bei sieben Prozent.

WIE LIEFEN DIE LANDTAGSWAHLEN IN DIESEM JAHR?

Das Fazit fällt gemischt aus. In Rheinland-Pfalz schafften die Freien Wähler erstmals den Einzug ins Parlament und sind nun mit sechs Sitzen genauso stark vertreten wie die FDP. In Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt verpassten sie hingegen mit jeweils gut drei Prozent den Einzug deutlich, obwohl sie in beiden Ländern ihre Ergebnisse verbessern konnten.

WO SIND DIE FREIEN WÄHLER NOCH IM LANDTAG?

Neben ihrem Stammland Bayern und Rheinland-Pfalz sitzen sie nur noch in Brandenburg im Landesparlament, und zwar mit fünf Abgeordneten. Für die in diesem Jahr noch anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stehen die Chancen eher schlecht, Umfragen sehen die Freien Wähler jeweils bei drei Prozent und weniger.

WELCHE ROLLE SPIELT DIE PARTEI IN BAYERN?

In Bayern sitzen die Freien Wähler seit 2008 ununterbrochen im Landtag, hier ist ihr Stammland. Bei der Landtagswahl 2018 holten sie mit 11,6 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis, seitdem stellen die Freien Wähler mit der CSU die Landesregierung und sind eine etablierte politische Kraft. Aiwanger legt sich dabei immer wieder selbstbewusst mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an.

GIBT ES EINE STAMMWÄHLERSCHAFT?

Zumindest in Bayern können die Freien Wähler besonders im ländlichen Raum und tatsächlich auch konkret bei Landwirten punkten. Bei der Europawahl 2019 etwa holten sie 13 Prozent im ländlichen Oberallgäu – in der Millionenmetropole München dagegen nur 2,4 Prozent. Allerdings gibt es nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung keine gesicherten empirischen Erkenntnisse über die Wähler der Partei. (afp/oz)



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