Nach Mord an Flüchtlingshelferin (22) in Ahaus: Nigerianischer Tatverdächtiger (27) in der Schweiz verhaftet

Von 14. Februar 2017 Aktualisiert: 14. Februar 2017 16:24
Im Mordfall an einer 22-jährigen jungen Frau in Ahaus, im Nordwesten von NRW, wurde der seit gestern europaweit polizeilich gesuchte Tatverdächtige gefasst. Er hatte Deutschland bereits wieder verlassen.

Nachdem gestern der nationale Haftbefehl gegen einen 27-jährigen Mann aus Nigeria zur europaweiten Fahndung erweiterte wurde, konnten die Ermittler nun die Festnahme des dringend Tatverdächtigen im Ahauser Mordfall vermelden.

 

Die Schweizer Polizei hat heute Morgen den dringend tatverdächtigen 27-jährigen Nigerianer am Bahnhof in Basel festgenommen.“

(Martin Botzenhardt, Oberstaatsanwalt)

Noch ist nicht klar, auf welchem Wege der am Dienstagmorgen gegen 6.20 Uhr in der Schweiz festgenommene Afrikaner das Land verlassen hatte. Fest steht, dass sich der 27-Jährige bei einer Kontrolle in Basel mit seiner deutschen Asylbescheinigung ausgewiesen hatte, wie die „Westfälischen Nachrichten“ berichten.

Der Mann ist derzeit in der Schweiz inhaftiert. Doch: „Die Staatsanwaltschaft Münster initiiert das formelle Auslieferungsersuchen“, so der Oberstaatsanwalt. Nach seiner Ankunft in Deutschland werde die Mordkommission den Tatverdächtigen befragen.

„Die heutige Festnahme des Verdächtigen in der Schweiz ist ein schneller Erfolg“ der europaweiten Ausschreibung zur Festnahme, so Botzenhardt am heutigen Vormittag in Münster.

Flüchtlingshelferin brutal ermordet

In der Nacht zum Samstag, kurz nach Mitternacht, wurden die Anwohner im Hessenweg durch Schreie einer Frau aus dem Schlaf gerissen. Polizei und Rettungsdienst wurden alarmiert. Man fand eine junge Frau in ihrem Blut liegend. Kurz zuvor wurde ein Mann gesehen, der sich über die am Boden Liegende beugte.

Das 22-jährige Opfer verstirbt im Krankenhaus an den zahlreichen Messerstichen, die der Täter dem Mädchen in den Hals, den Oberkörper und ins Gesicht versetzte, so die „Bild“.

Ersten Ermittlungen zufolge hätten sich Opfer und Täter gekannt. Die 22-Jährige war seit Längerem in der Flüchtlingshilfe der Caritas in Ahaus tätig. Der tatverdächtige Afrikaner hatte im Vorfeld mehrfach Kontakt zu der jungen Frau gesucht. „Wie intensiv diese Bekanntschaft war, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen“, so der Oberstaatsanwalt.

Laut einem Bekannten hatte die 22-Jährige kein Interesse an einer Beziehung mit dem 27-jährigen Mann aus Schwarzafrika.

Ahaus trauert um Soopika

Die junge Frau, deren Vorfahren aus Sri Lanka stammen, wurde im rund 150 Kilometer entfernten Arnsberg geboren. Hier wuchs Soopika auf, besuchte bis zur Oberstufe das Gymnasium Laurentianum, bevor sie mit ihren Eltern vor einigen Jahren in die deutsch-niederländische Grenzstadt Ahaus zog. Zuletzt besuchte die 22-Jährige ein Berufskolleg und war bei mehreren Stellen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig, wie die „Westfalenpost“ meldet.

Ein Bekannter des Opfers sagte der „Bild“:

Viele kannten sie, sie war ein richtig nettes Mädchen. Weil ihre eigene Familie aus Indien stammt und sie sehr gut Englisch konnte, hat sie sich hier in der Flüchtlingshilfe engagiert.“

(Bekannter des Opfers)

Freunde und betroffene Bürger legten an dem Ort, wo das Mädchen verblutete Blumen nieder und stellten Dutzende von Kerzen auf. Am Mittwoch soll es in Ahaus einen Trauergottesdienst für das Mädchen geben.

Siehe auch:

Ahaus: 22-Jährige durch zahlreiche Messerstiche getötet – Polizei sucht nigerianischen Asylbewerber (27)

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