Nach Protestauflösung – Roma beklagen Polizeigewalt: „Von Leuten geschlagen die unsere Großeltern umgebrachten“

Epoch Times24. Mai 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 15:13
Angehörige der Sinti und Roma behaupten, bei der Auflösung einer Demonstration in Berlin geschlagen worden zu sein. Etwa 200 Menschen hatten sich zu einer symbolischen Besetzung eines Mahnmals für ermordete Sinti und Roma aus der NS-Zeit zusammengefunden, teilte das Bündnis "Alle bleiben" mit.

Laut Polizeiangaben sei eine Demonstration von Sinti und Roma an einem Mahnmal zwischen Brandenburger Tor und Reichstag nicht angemeldet gewesen und wurde deshalb am Montag kurz nach Mitternacht aufgelöst, berichtet der "Focus".

Die Demonstranten erhoben nun Vorwürfe gegen die Beamten gegenüber der "Berliner-Zeitung". Man sei geschlagen worden "von den gleichen Leuten, die früher unsere Großeltern umgebracht haben". Laut Augenzeugenberichten soll die Polizei besonnen vorgegangen sein, so die Zeitung. 

Den Protest an diesem Denkmal erklärte das Bündnis mit den Worten: "Viele der aktuell von Abschiebung bedrohten Roma sind Nachkommen von Opfern oder Überlebenden der Vernichtung." Im Nachhinein hätten die Veranstalter eingesehen, der Ort sei "ungeeignet", so eine Sprecherin von "Alle bleiben" und erklärte, im Abschiebefall "erwarten uns Verfolgung, Rassismus, Ausschluss – und keine Spende aus Westeuropa kann unsere Probleme dort lösen".

Verschiedene Herkunftsländer der Balkan-Flüchtlinge sind inzwischen schon zu sicheren Herkunftsländern erklärt worden. Wie das Bündnis kritisierte, würden neu ankommende Balkanflüchtlinge "kaserniert in Sonderlagern" und müssten dort warten, bis schließlich "nahezu hundert Prozent" der gestellten Asylgesuche abgelehnt würden.

Die Asylrechtsverschärfung hat zum Ziel, Menschen mit geringer Bleibeperspektive nicht in die üblichen Versorgungssysteme einzubeziehen und sie stattdessen mit beschleunigten Asylbearbeitungsverfahren schneller abzuschieben. Die Zahl der Balkan-Flüchtlinge ging unter anderem deshalb binnen eines Jahres drastisch zurück. (dk)

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