Nach Sarstedter Massenschlägerei: Flüchtlinge applaudierten für Polizeichef

Epoch Times8. Dezember 2015 Aktualisiert: 8. Dezember 2015 15:19
Die Polizei in Niedersachsen tappt immer noch im Dunkeln über den Auslöser der Massenschlägerei im Asylheim Sarstedt. Beim Appell an die Bewohner zeigte sich aber deutlich, dass die Mehrheit von ihnen nicht mit den Gewalttätern sympathisiert.

Mittwochnachmittag, 2. Dezember 2015 – In einer Asylunterkunft in Sarstedt, Niedersachsen kommt es zu einer Massenschlägerei mit 160 Beteiligten, der Grund ist bis heute unklar. Gegen 13.30 Uhr wurde die Polizei vom Sicherheitsdienst ins örtliche Asylheim auf dem ehemaligen Edeka-Gelände gerufen. Die Polizei sammelte die Einsatzkräfte der Umgebung und rief nach Verstärkung aus Hildesheim.

Zusammen mit Bereitschaftspolizisten aus Hannover kamen letztendlich 75 Beamte nach Sarstedt. Der Auslöser der Unruhe konnte bisher nicht entdeckt werden. Bis zum Abend hatte sich die Lage weitestgehend beruhigt. Die Polizei verblieb mit einer Bereitschaftseinheit vor Ort. 12 Personen wurden wegen gefährlicher Körperverletzung festgenommen, verhört und in andere Unterkünfte gebracht. Ein Sicherheitsmitarbeiter wurde leicht verletzt. Dies meldete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

Eindrucksvoller Appell an die Bewohner

Alle Bewohner wurden noch im Beisein der Polizei zu einer Versammlung gerufen. Der stellvertretende Polizeichef von Sarstedt, Frank Müller, machte den Leuten klar, dass sie sich in einem Rechtsstaat befänden und es Regeln gebe, die eingehalten werden müssten. Dabei machte er explizit deutlich, dass Gewalt nicht geduldet werde. Müller versuchte den Migranten in Erinnerung zu rufen, dass viele von ihnen gerade vor Gewalt und Bedrohung geflohen seien und erhofft hätten, Frieden zu finden.

Zeugen und Verletzte erfolglos gesucht

Frank Müller betonte anschließend, dass sich Verletzte der Schlägerei melden sollen oder diejenigen, die über den Grund und den Hergang etwas sagen könnten. Bis zum Nachmittag des Folgetages meldete sich allerdings niemand, der zur Aufklärung der Umstände etwas beitragen wollte. Der Auslöser der Massenschlägerei bleibt für die Polizei weiterhin im Dunkeln verborgen.

Mehrheit der Asylanten offenbar gegen Gewaltexzesse

Polizei-Vize Müller betonte auch, dass sich diejenigen, die sich nicht daran halten würden, mit Konsequenzen zu rechnen hätten, auch im Bezug auf das Asylverfahren. Seine eindringliche Rede machte nicht nur bei den Bewohnern Eindruck: "Das war sehr eindrucksvoll und ist bei den Menschen angekommen", so Maike Müller, die Sprecherin der Johanniter. Die anwesende Bürgermeisterin, Heike Brennecke, sprach von einer "klaren Ansage", die auch in die iranische Sprache Farsi und ins Arabische übersetzt wurde. Das die Bewohner hätten mehrfach applaudiert. Dies zeigt, dass die Mehrheit diese Gewaltausbrüche missbilligt. 

Ehrenamt – viele Migranten kennen das nicht

In Sarstedt klappt das Thema "Integration" eigentlich recht gut. Schon vor einigen Wochen wurde damit begonnen, dass Flüchtlinge mit Bleibestatus die ehrenamtlichen THW-Helfer unterstützen. Dabei werden diese Asylbewerber selbst zu THW-Helfern ausgebildet. Viele von ihnen waren beeindruckt, dass es so etwas wie Ehrenamtliche gibt und wollten auch mitmachen.

https://youtube.com/watch?v=OABC9WKAguE

Der Migrantenzustrom in Niedersachsen lässt vorerst nach

Zwei Tage nach Sarstedt, kam es im 100 Kilometer südöstlich gelegenen St. Andreasberg zu einer Auseinandersetzung in ähnlicher Größenordnung. Bei dieser Massenschlägerei gab es 150 Beteiligte. Es gab sechs Verletzte. Allgemein waren die letzten Monate nicht so ruhig. In Braunschweig und Bramsche kam es in der jüngeren Vergangenheit zu Schlägereien mit teilweise mehr als 100 Personen. Die Situation in den Aufnahmeeinrichtungen hätte sich aber so ziemlich beruhigt, schreibt die HAZ weiter. Im November seien noch täglich bis zu 1.900 Migranten in Niedersachsen angekommen. Derzeit liegt der Schnitt bei 800 bis 1.000. (sm)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN