Nach Skandal-Sendung mit Islamistin: Trotz Anzeigen – Keine strafrechtlichen Konsequenzen für Anne Will

Von 7. Dezember 2016 Aktualisiert: 7. Dezember 2016 12:58
Die Sendung von Anne Will mit der vollverschleierten Nora Illi als Gast, löste eine heftige Diskussion aus. Sofort nach der Sendung hagelte es Kritik. Jetzt - einen Monat nach Sendung - wurden mehrere Strafanzeigen gegen Anne Will bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingereicht. Zu befürchten hat die Moderatorin wahrscheinlich nichts.

Der Auftritt von Nora Illi in der ARD-Sendung „Anne Will“ schlägt auch jetzt, einen Monat nach der Ausstrahlung, noch Wellen. Gegen die Talkmasterin Anne Will sind nun mehrere Strafanzeigen gestellt worden.

Gleich nach der Sendung am 6. November erntete Will heftige Kritik wegen der Einladung der vollverschleierten Schweizerin Illi. Zahlreiche Zuschauer kritisierten die Moderatorin, sie habe dem radikalen Islam eine breite Plattform geboten.

Doch die Moderatorin hat die öffentlich diskutierte Einladung von Illi als journalistisch notwendig gerechtfertigt. „Wir wollten zeigen: Wie denkt Frau Illi in der von uns diskutierten Frage? Ich hätte es als journalistisches Versäumnis ersten Ranges empfunden, wenn wir genau das nicht gezeigt hätten“, sagte Will der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Sie zeigte sich nicht überrascht von dem Auftritt der Frauenbeauftragten des sogenannten Islamischen Zentralrats Schweiz. „Wir wussten, was wir tun, wenn wir Frau Illi einladen,“ so Will. Auch dass Illi konvertierte Dschihadisten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verteidigte, hält Will im Nachhinein weiter für vertretbar.

Die Grenze des Diskutierbaren sei da erreicht, wo zur Gewalt aufgerufen werde. Das habe Illi nicht getan.

Strafanzeigen gegen Anne Will

Nicht alle Zuseher stimmen mit Anne Will überein: Nach Angaben von „Focus-Online“ liegen der Staatsanwaltschaft Hamburg fünf Anzeigen vor. „Diese Anzeigen geben uns den Anlass, den Beitrag umfangreich auf alle in Fragen kommenden Straftatbestände zu prüfen“, sagt eine Sprecherin der Zeitung.

Demnach wurde ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Nun werde geprüft, ob ein begründeter Anfangsverdacht für eine Straftat vorliege. Das Material werde besichtigt und dann entschieden, ob ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet werde.

„Als möglicher Straftatbestand käme eigentlich nur Volksverhetzung nach Paragraph 130 im Strafgesetzbuch in Frage“, sagt Jens Rabe, Fachanwalt für Strafrecht, dem „Focus“. Volksverhetzung kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Doch wahrscheinlich hätten weder Anne Will noch Nora Illi strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten, sagt ein weiterer Experte dem „Focus“. „An Illis Aussagen kann man sich reiben, aber strafrechtlich relevant sind sie nicht.“ Zudem habe sich Will Illis Aussagen auch nicht zu eigen gemacht.

Also auch, wenn Anzeigen gegen Anne Will vorliegen, zu befürchten hat die Moderatorin wohl nichts.

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