Nach Trumps Straf-Zoll-Ankündigung: Wirtschaftsexperte warnt vor Handelskrieg – Deutschland verliert viel mehr Jobs als USA

Epoch Times16. Januar 2017 Aktualisiert: 17. Januar 2017 13:01
Die Drohung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, Einfuhrzölle auf Autos deutscher Hersteller zu erheben, hat bei den Chefs der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute große Besorgnis vor einem Handelskrieg ausgelöst.

„Donald Trump hat Deutschland wegen seiner großen Exportüberschüsse nun nach China und Mexiko zum dritten Kontrahenten im Handelskonflikt gemacht“, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin, dem „Handelsblatt“. Gleichzeitig warnte er: „Mit einem Handelskonflikt wird ein Präsident Trump den USA Schaden zufügen.“ Denn viele Teile in deutschen Produkten, auch in Autos, würden in den USA produziert. Allerdings habe Deutschland in einem Handelskonflikt mit den USA noch viel mehr zu verlieren. Dies berichtet die Deutsche Textservice Nachrichtenagentur.

„In Deutschland hängen sehr viel mehr Jobs von den Exporten ab als in den USA“, sagte Fratzscher. Der Institutschef empfiehlt: „Deutschlands Botschaft an Donald Trump sollte sein: Sie schaden den USA mit einem Handelskonflikt. Und: wenn Sie wollen, dass mehr Chevrolets in Deutschland fahren, müssen die US-Amerikaner bessere Autos bauen.“

Ifo-Chef Fuest: „In der öffentlichen Debatte auf Deeskalation setzen“

Der Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, setzt dagegen auf Deeskalation. Trump sei offenbar daran gelegen, sich in der Öffentlichkeit als Beschützer von US-Industriearbeitsplätzen darzustellen. Diese öffentliche Darstellung sei noch nicht das Gleiche wie deren Umsetzung, sagte Fuest dem „Handelsblatt“. Er empfiehlt: „Man sollte in der öffentlichen Debatte auf Deeskalation setzen und im nichtöffentlichen Dialog klarmachen, dass Sanktionen gegen deutsche oder sonstige europäische Hersteller Gegenmaßnahmen nach sich ziehen werden.“

Trump: 35 Prozent Steuern für Autos die nicht in den USA gefertigt wurden

Zuvor hatte sich der designierte US-Präsident Donald Trump nun auch deutsche Autobauer vorgeknöpft, wie AFP berichtet. Sollten sie Autos in die USA verkaufen wollen, die nicht dort gefertigt worden seien, müssten sie „35 Prozent Steuern zahlen“, sagte Trump der „Bild“-Zeitung vom Montag. Die deutsche Industrie zeigte sich alarmiert. BMW versuchte im Streit um ein neues Werk in Mexiko die Wogen zu glätten und bezeichnete die USA als „zweites Zuhause“.

Trump attackierte in dem Interview mit „Bild“ und der britischen „Times“ direkt BMW. „Ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen“, sagte Trump auf die Frage nach Plänen des Münchner Autobauers, 2019 eine Fabrik in Mexiko zu eröffnen. „Was ich damit sage, ist, dass sie ihre Fabrik in den USA bauen müssen“, sagte er.

Deutschland sei ein „großes Hersteller-Land“, lobte Trump die deutschen Autobauer. „Wenn man durch die 5th Avenue geht, hat jeder einen Mercedes Benz vor seinem Haus stehen“, sagte der Immobilienmilliardär über New York. Tatsache sei jedoch, dass die Deutschen „den USA gegenüber sehr unfair“ seien. „Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine.“

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