Nach Veröffentlichung von Gehaltshöhe: BILD-Chef fürchtet „finanziell motivierte Straftaten gegen seine Familie“

Epoch Times2. Dezember 2017 Aktualisiert: 2. Dezember 2017 17:34
"Julian Reichelt war der einzige Chefredakteur, der uns bat, auf eine Schätzung zu verzichten. Er argumentierte, dass eine Schätzung seines Gehalts das Risiko finanziell motivierter Straftaten gegen seine Familie erhöhen würde," schreibt "kress pro".

Das Medienmagazin „kress pro“ hat über die Gehälter von Führungskräften der Medienszene berichtet. Nach intensiver Recherche schätzten die Macher von „kress pro“ das Einkommen von Verlagsmanagern und Chefredakteuren.

Den Schätzungen zufolge hat „Bild-Chefredakteur“ Julian Reichelt ein Jahresgehalt zwischen 500.000 und einer Millionen Euro. Er würde damit mehr verdienen als die Chefs von „Stern“, „Spiegel“ und „FAZ“. Nur „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo könne mit Reichelt mithalten, so das Magazin.

Einige der Betroffenen hätten die Schätzung informell kommentiert – die meisten Medienmacher gaben laut „kress pro“ jedoch keinen Kommentar ab.

Reichelt seinerseits, bat das Magazin keine Schätzung über sein Gehalt zu veröffentlichen.

„Julian Reichelt war der einzige Chefredakteur, der uns bat, auf eine Schätzung zu verzichten. Er argumentierte, dass eine Schätzung seines Gehalts das Risiko finanziell motivierter Straftaten gegen seine Familie erhöhen würde,“ berichtet das Magazin.

Der Chefredakteur von „kress pro“, Markus Wiegand, meinte dazu:

Es war uns offen gestanden egal, ob sich Reichelt an der Schätzung stören würde. Eigentlich gingen wir aber eher davon aus, dass er mit dem Erscheinen des sachlich gehaltenen Gehaltsreports erkennen würde, dass seine Reaktion womöglich etwas überzogen war. Das war ein bisschen naiv, wie sich wenig später am Rande der Medientage in München herausstellte. Als man Reichelt ansprach, wiederholte er die Kritik an der Schätzung und betonte erneut, dadurch werde seine Familie gefährdet. Er empfahl zudem, sich dazu beim Landeskriminalamt zu erkundigen. Nun, das haben wir getan. Die Polizei in Berlin mochte aus ‚datenschutzrechtlichen Gründen‘ keine Auskunft geben.“

RT sieht Widerspruch zu eigener Berichterstattung

Unterdessen findet RT es „wirklich erstaunlich“, dass Reichelt in seiner Argumentation „offenbar keinen Widerspruch zur Berichterstattung der von ihm verantworteten Bild-Zeitung sieht.“ Denn es vergehe kaum keine Woche, in der die „Bild“ nicht über hohe Einkommen oder enormes Vermögen einzelner Personen berichten würde.

RT schreibt:

So schreibt das Boulevardblatt gerade im Sport gern über die Gehälter von Fußballprofis. Eins von vielen Beispielen: Ende Mai wurde über das „Hammergehalt“ des HSV-Stürmers Bobby Wood (drei Millionen Euro jährlich) berichtet. Im September hieß es bei „bild.de“: „Hammergehalt! – Lesen Sie mal, was ein ARD-Boss verdient“ – gemeint war WDR-Intendant Tom Buhrow (399.000 Euro jährlich). Im August schrieb Bild-online ausführlich über die Reichstenliste des Wirtschaftsmagazins Bilanz, das ebenfalls im Springer-Verlag erscheint. Titel: „Die Super-Reichen-Liste: Das sind 86 der 1.000 reichsten Deutschen“.“

Das Fazit von RT: „Wenn es um das eigene Gehalt geht, findet Julian Reichelt derartige Berichterstattung ausgesprochen gefährdend.“

(so)


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