Naumburg im Griff einer syrischer Großfamilie: Polizei machtlos gegen Clan? – „Jage jedem Bullen eine Kugel in den Kopf“

Von 23. Mai 2017 Aktualisiert: 23. Mai 2017 20:42
Seit 2002 schon lebt die syrische Familie in der alten Domstadt Naumburg und betreibt dort mehrere Shisha-Bars. Laut Oberbürgermeister ist sie allerdings auch in Drogendelikte verwickelt. Nach einem Angriff auf das Naumburger Polizeirevier will nun Innenminister Stahlknecht handeln ...

Naumburg, 33.000 Einwohner (12/2015), eine alte Domstadt im Burgenlandkreis im südlichen Sachsen-Anhalt wurde bereits im Jahre 1.012 erstmals urkundlich als neue Burg der Markgrafen von Meißen erwähnt. Heute leidet die Stadt nahe der thüringischen Grenze, 40 Kilometer von Halle, offenbar unter einer syrischen Großfamilie, die seit 2002 hier wohnt und mehrere Shisha-Bars in der Stadt betreibt.

Polizei kapitulierte vor Großfamilie

In der „Babylon Lounge“ an der Ecke Fischstraße/Lindenring kam es in jüngerer Vergangenheit des Öfteren zu Polizeieinsätzen.

Am Samstag, 6. Mai, wurde der Führerschein des 21-jährigen Besitzers Ahmed A. von der Polizei im Rahmen einer Personalien-Überprüfung einbehalten, da dieser durch einen Bescheid des Straßenverkehrsamtes eingezogen werden sollte. Das konnte der junge Syrer nicht hinnehmen und setzte sich mit Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis zur Wehr, berichtete die „Mitteldeutschen Zeitung“.

Dabei traten die Männer auch gegen das Streifenfahrzeug der Beamten, ohne Konsequenzen. Im Zuge dessen „entfernten sich die handelnden Beamten vom Ort, um eine weitere Eskalation zu verhindern“, wie es in einer am Tag darauf verschickten Pressemitteilung der Polizei hieß.

Angriff auf Polizeirevier Naumburg

Wie die „MZ“ in einem Folgebericht schreibt, wurde ein internes Polizei-Protokoll der Presse zugespielt, in dem brisante Details des Vorfalls standen:

Nach der Beschädigung des Streifenwagens und dem Rückzug der Sicherheitsbeamten gingen Brüder und Freunde des 21-Jährigen zum Polizeirevier, wo die achtköpfige Gruppe gegen 2 Uhr nachts zu randalieren begann. Durch Fußtritte gegen die Gittertür wurde der Schließmechanismus beschädigt. Laut schrien die Männer herum und stießen Drohungen aus. Laut Protokoll soll der 21-jährige Syrer geschrien haben:

Sperrt mich doch ein, ich habe nichts zu verlieren. Ich jage jedem einzelnen Bullen eine Kugel in den Kopf. Ich mache euch das Leben zur Hölle. Dann bin ich eben ein Cop-Killer.“

(Ahmed A. laut internem Polizeiprotokoll)

Auch dem Beamten, der seinen Führerschein eingezogen hatte, drohte er:

Ich zerstöre sein Leben. Ich weiß ganz genau, wo er wohnt.“

Im Detail führte der Syrer noch aus, was er der Frau und der Tochter des Beamten antun werde.

Im Protokoll steht dazu: „Aufgrund der polizeilichen Erfahrungen mit dem Tatverdächtigen und seiner Familie ist von einer Ernsthaftigkeit der getätigten Äußerungen auszugehen.“

Staatsanwaltschaft: Keine Chance auf Haftbefehl

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle, Klaus Wiechmann, lägen allerdings „keine Haftgründe nach §112 der Strafprozessordnung“ vor. Sein Kollege aus Naumburg, Hans-Jürgen Neufang, Oberstaatsanwalt, darf zu dem Vorfall nicht sprechen, so die „MZ“. Neufang sagte nur ganz allgemein, dass man wegen Bedrohung keine Chance auf einen Haftbefehl habe, weshalb man auch keinen bei einem Richter beantragt habe.

Damit brauche ich diesen gar nicht belästigen. Da würde man nur für den Papierkorb arbeiten.“

(Neufang, Oberstaatsanwalt, Naumburg)

 

„Hilferuf der Naumburger Polizei“

Unter der Hand wurden besondere Schutzmaßnahmen für den bedrohten Polizisten bestätigt, die Polizisten würden zudem von einem Kriseninterventionsteam betreut. Offiziell wurden jedoch keine Aussagen gemacht, aus „ermittlungstaktischen Gründen“.

Laut „MZ“ hätten in der Vergangenheit Beamte wegen solcher Bedrohungen ihre Dienstellen gewechselt. Das solche internen und vertraulichen Polizei-Dokumente an die Öffentlichkeit geraten, zeige, wie groß die Unzufriedenheit innerhalb der Polizei wirklich ist.

Laut dem Naumburger Landtagsabgeordnete der CDU, Daniel Sturm, sei dies als „Hilferuf der Naumburger Polizei zu werten“.

Auch dafür, dass es in diesem Fall keinen Haftbefehl gebe, hatte der Politiker kein Verständnis: „Wir reden hier über Widerstand gegen die Staatsgewalt“, sagte der CDU-Abgeordnete der „MZ“.

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Obwohl Sturm zu EU-Beitrittsverhandlungen in Montenegro war, rief er gleich am darauffolgenden Montag den Innenminister Holger Stahlknecht an: „Man kontaktiert einen Innenminister nicht wegen jeder kleinen Sache. Aber hier musste es sein“, so der Politiker.

 

Innenminister will keine Parallelgesellschaft dulden

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sieht die Sache laut „Naumburger Tagblatt“ so:

Das ist eine Mischung aus Straftaten von erheblichem Umfang und Integrationsverweigerung, gepaart mit Testosteron.“

(Volker Stahlknecht, CDU, Innenminister Sachsen-Anhalt)

Laut dem Minister wurde der 21-jährige Ahmed A., ein Flüchtling mit subsidiärem Schutz, bereits zu einer einjährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Sein Aufenthaltstitel ist derzeit noch bis November befristet. Ein weiteres Familienmitglied sieht einer Haftstrafe von fünf Jahren wegen Drogenhandel entgegen. Der Urteil befindet sich derzeit in Revision. Für Innenminister Stahlknecht ist es höchste Zeit zu Handeln:

Wir dulden keine Parallelgesellschaften in Sachsen-Anhalt und nicht in Naumburg. Die Polizei ist angehalten, wesentlich robuster mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln im Rahmen des Rechtsstaates durchzugreifen.“

(Innenminister Stahlknecht)

Auch solle die Justiz Straftaten aus dem Umfeld der syrischen Familie mit beschleunigten Verfahren beantworten. Stahlknecht sagte laut „MDR“:

Wir werden die Syrer jetzt dahin erziehen, dass wir in einem Rechtsstaat leben.“

(Innenminister Stahlknecht)

Dies bedeute, dass diejenigen, die unter Beobachtung stünden, bei einer Straftat innerhalb von zwei Tagen angeklagt würden. Eine feste Arbeitsgruppe werde die Gruppe um die syrischen Brüder im Auge behalten.

https://www.youtube.com/watch?v=FzD6I_tB5ao

Oberbürgermeister: Seit Monaten Konflikte

Wie der Naumburger Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) dem „MDR“ gegenüber erläuterte, dauere der Konflikt mit den Syrern bereits Monate an. Diese seien unter anderem auch in Drogendelikte verwickelt. Nun bekommt Naumburg Verstärkung durch Polizisten aus Halle, wie der Innenminister bei seinem Besuch in der Stadt ankündigte. Der OB ist darüber sehr erleichtert:

Wir sind ja eher eine ruhige Stadt – und in dieser organisierten Art und Weise plötzlich mit Straftaten konfrontiert zu sein, beunruhigt die Bevölkerung sehr. Deswegen bin ich froh, dass jetzt dieses Gespräch stattgefunden hat.“

(Bernward Küper, CDU, Oberbürgermeister in Naumburg)

Geldwäsche im Friseursalon?

Laut „MZ“ hatte der Landtagsabgeordnete Sturm ein dubioses Angebote von Unbekannten bekommen, seinen Meisterbriefe zur Verfügung zu stellen. Sturm sagte, dass ihm Geld dafür angeboten wurde, dass er sich „als Strohmann für ein paar Stunden“ anstellen lasse und dafür „2.500 Euro monatlich cash und somit an der Steuer vorbei erhalten“ solle. Er wisse auch von zwei weiteren Naumburger Friseur-Meistern, die ähnliche Angebote ablehnten.

Zum Umfeld der syrischen Familie gehöre auch mindestens ein Friseursalon. „Vermutlich soll dort mehr gewaschen werden als nur Köpfe“, so der Politiker.

Der Besitzer des Salons „Dubai Style“ weiß davon allerdings nichts. Laut Rateb Al Kodmani seien die in Verruf geratenen Syrer zwar gute Kunden bei ihm, hatten auch ein Musik-Video bei ihm gedreht, aber sonst habe man keine Beziehungen zueinander.

Doch wie geht es weiter in Naumburg?

Landrat Götz Ulrich (CDU) kündigte laut „Naumburger Tagblatt“ ein koordiniertes Behördenvorgehen durch eine Arbeitsgruppe von Polizei, Stadt- und Kreisverwaltung an:

Wir haben konkrete Maßnahmen im Visier, die ich jedoch nicht öffentlich darlegen möchte.“

(Landrat Ulrich)

Ein Entstehen von „mafiösen Strukturen, die wie eine Krake um sich greifen“ dürfe nicht zugelassen werden.

 

Siehe auch:

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