Vermeintliche Nazi-Codes in Edeka-Werbung sorgen für Aufregung

Von 24. November 2016 Aktualisiert: 24. November 2016 16:14
Die Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg (HH) hat in der neuesten Edeka-Werbung gängige Codes der "neurechten" Szene entdeckt. Sie erklärt, wie die Buchstaben- und Zahlenkombination der Autokennzeichen im Spot zu deuten sind.

Der neueste Werbespot von Edeka hat bereits viel Wirbel erzeugt. Auf den ersten Blick ist kein Makel zu finden. Die Botschaft wird deutlich vermittelt und ist werteorientiert: Kein Stress, stattdessen mehr Zeit mit den Kindern verbringen.

Doch nun soll die Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg (HH), Sabine Bamberger-Stemmann, eine noch viel gravierendere Botschaften entdeckt haben. Im Interview mit dem Manager-Magazin gab sie preis, dass in dem Spot zwei Autokennzeichen zu sehen seien, die gängige Codes der rechtsextremen Szene zeigten.

Bamberger-Stemmann wörtlich: „Das ist das Kennzeichen „MU SS 420“. Die Buchstaben SS sind gerade wegen der Anlehnung an die NS-Zeit in Deutschland im Autokennzeichen verboten.“ Und weiter: „Die 420 ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende, in rechten Kreisen auch hierzulande gängige Abkürzung für Hitlers Geburtstag am 20. April.“

Doch das sei noch nicht alles. Ein Zufall sei eher auszuschließen, denn bei einem weiteren Autokennzeichen im Spott würde ebenfalls eine Zahlenkombination verwendet werden, die aus der rechtsextremen Szene stamme. Das zweite Kennzeichen lautet „SO LL 3849“.

Dazu kommentiert die Historikerin: „Die Zahl 84 steht für „Heil Deutschland“. Sie ist umrahmt von den Zahlen 3 und 9. Die 39 steht für „Christliche Identität“ oder „Christian Identity“. Dies bedeutet in rechten Kreisen im Umkehrschluss Antisemitismus“.

Heile Welt und Werte, die für die Neue Rechte stehen

Somit sei die Aussage klar, meint Bamberger-Stemmann. Rechtsextreme Codes könne man im Internet leicht recherchieren. Dass sie nun aber in nicht dazu gehörenden Kreisen verwendet würden, sei erschreckend.

Laut „Manager-Magazin“ habe sich Edeka bereits entschuldigt. Es würde sich um ein Versehen handeln. Die verantwortliche Werbeagentur Jung von Matt habe sich noch nicht dazu geäußert.

Bamberger-Stemmann glaubt nicht an ein Versehen: „Angesichts der Häufung von rechtsradikalen Codes ist das verharmlosend und unglaubwürdig. Sowieso vermittelt der Spot besonders am Anfang eine heile Welt und transportiert Werte, die auch für die Neue Rechte stehen. Die Kinder spielen zum Beispiel auch eine altmodische Version von „Mensch ärgere dich nicht“.

Und hier ist der Spot:

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