Bundespräsident Joachim Gauck am 23. August 2016.Foto: Deniz Calagan/Bongarts/Getty Images

„Nicht jeder fühlt sich als Weltbürger“: Gauck fordert Pause im EU-Vereinigungsprozess

Epoch Times27. November 2016 Aktualisiert: 27. November 2016 6:35
"Auf dem Weg zu einer immer engeren Vereinigung waren wir manchmal so schnell, dass nicht alle Bürger mitkommen konnten und wollten. Das bereitet mir Sorge", sagte Bundespräsident Gauck der "Welt am Sonntag".

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich für eine Pause beim weiteren Zusammenwachsen der Europäischen Union (EU) ausgesprochen.

„Auf dem Weg zu einer immer engeren Vereinigung waren wir manchmal so schnell, dass nicht alle Bürger mitkommen konnten und wollten. Das bereitet mir Sorge“, sagte Gauck der „Welt am Sonntag“.

Es gehe ihm dabei nicht um Stillstand, sondern um Entschleunigung, sagte der scheidende Präsident weiter. Ein Teil der Bevölkerung komme sich angesichts des rasanten Wandels verloren vor.

Einer der Gründe für das Hadern mit der Globalisierung liege auch darin, dass viele sich in einer zunehmend komplexen Welt nicht richtig beheimatet fühlten, sagte Gauck. „Nicht jeder fühlt sich als Weltbürger“.

Menschen bräuchten eine Heimat, „möchten irgendwo dazugehören“. Deshalb müsste die Politik nicht nur damit werben, dass ein vereintes Europa für Frieden, Freiheit, Sicherheit und Demokratie stehe, sondern, dass Heimat auch „in einem vereinigten Europa“ möglich bleibe. (afp)



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