No-Go-Area Berlin: Alptraum-Erlebnisse einer jungen Frau in Friedrichshain

Epoch Times4. April 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 17:30
Romi R. wohnt in Prenzlauer Berg. Die 27-jährige Berlinerin wurde nachts nach einem Clubbesuch von einem afrikanischen Dealer und seinen Kumpanen bedrängt. Infolgedessen erlebte die junge Frau gleichgültige Ladenbesitzer, wegschauende Gäste, hilfsbereite Touristen und überforderte Polizisten.

In der verrufenen Gegend um das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain floriert der Drogenhandel. Oft kommt es zu sexuellen Übergriffen und Messerstechereien.

Eigentlich wollte Romy R. am Donnerstag nach einem Clubbesuch im "Matrix" in der Warschauer Straße nur nach Hause laufen. Stattdessen erlebte sie die Abgründe der menschlichen Gesellschaft, aber auch wie wohltuend kleine Gesten der Menschlichkeit tun können.

Die 27-Jährige verlässt den Club zwischen zwei und drei Uhr. Ein afrikanischer Dealer folgt ihr, fragt sie, ob sie Drogen kaufen wolle. Sie lehnt ab, bittet den Mann, sie in Ruhe zu lassen, doch er folgt ihr, will offenbar mehr als nur Drogen verkaufen.

Als Freiwild in Berlin

"Er ging mir hinterher und kam mir so nahe, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spürte. Ich schrie. Er nannte mich eine Rassistin, weil ich mit ihm, einem Schwarzen, keinen Sex wollte", so die Frau bei ihren Schilderungen im "Tagesspiegel". Der Afrikaner wurde immer aggressiver.

Die Frau wechselt die Straße, schreit den Mann auf der anderen Seite an. Ein weiterer Typ kommt hinzu, sagt ihr, sie solle sich beruhigen. Trotz Kampfsporterfahrungen fühlt sie sich hilflos, flüchtet in einen Döner-Laden an der Revaler Straße/Ecke Warschauer Straße. Ihr Handy-Akku ist leer.

Gleichgültige Blicke aus leeren Augen

Sie bittet die Verkäufer, die Polizei zu rufen, doch die weigern sich, wollen keinen Ärger. Romy wendet sich an die anderen "Gäste" in dem vollen Laden, bittet, mit einem Handy die Polizei rufen zu dürfen. Doch niemand hilft. Zumindest durfte sie im Laden bleiben und ihr Handy aufladen, während sich vor der Tür eine Horde Afro-Dealer versammelt. 

"Einer kam rein und schrie mich an – ich sei eine dreckige Schlampe, sie würden mich mit dem Messer draußen aufschlitzen, sobald ich den Laden verlasse. Und noch mehr schlimme Sachen. Ich floh hinter den Tresen", so die junge Frau.

Niemand hilft, niemand sagt etwas. "Die Leute bissen in ihre türkische Pizza und schauten woanders hin. Die Verkäufer verweigern auch jetzt noch den Anruf bei der Polizei. "Ich bettelte die Gäste an, mich ihr Handy benutzen zu lassen", schildert Romy die beängstigend hilflose und zugleich demütigende Situation.

Vereinzelt hilfsbereite Menschen

Schließlich half mir ein Pärchen aus Israel, obwohl die beiden kaum Deutsch sprachen und daher nicht alles verstanden hatten, was passiert war. Der Notruf bei der Polizei verscheucht die Afrikaner vor der Tür. Das israelische Pärchen bleibt bei Romy, bis die Polizei nach langen 20 Minuten auftaucht. 

Die Beamten lächeln, fragen, ob sie Anzeige gegen unbekannt erstatten will. " Ich fragte, was das bringt – finden würden sie den Mann ja ohnehin nicht mehr. Die Israelis fragten, warum denn nicht mehr Polizisten hier seien? Ich selbst kenne die Gegend noch aus meiner Schulzeit, sie hat sich krass verändert."

Heimbringen dürften die Beamten sie allerdings nicht, sie solle ein Taxi nehmen, sagen sie und "wir könnten ja einen Brief an Ursula von der Leyen [Verteidigungsministerin] schreiben. "Das war so erniedrigend", meinte Romy. 

Und die Männer? "So viele Männer schauten einfach zu. Als ich ihnen in die Augen sah, blickten sie zur Seite." Nach einer Weile sitzt Romy im Taxi, bricht zusammen, weint. Der Taxifahrer, ein türkischer Mann, "war total nett", erinnert sich Romy. Er habe sie beruhigt und noch gemeint, sie solle das Geld stecken lassen. "Das hat mich dann wieder ein bisschen versöhnt mit Berlin", endet ihre Geschichte im "Tagespiegel".

Romy erlebte, wie hilflos und schwach sich Menschen, selbst starke Männer, gegenüber einer aggressiv und gewalttätig auftretenden Gruppe fühlten und zum Selbstschutz in Gleichgültigkeit flüchteten. Doch sie erlebte auch, wie wohltuend Gesten der Hilfsbereitschaft und sogar ein paar nette Worte sein können.

In der alten chinesischen Schrift besteht das Zeichen für das Böse aus den beiden Ideogrammen Herz und Schwäche. Prinzipiell scheint es immer leichter, einer Schwäche nachzugeben, als ihr mit Mut und innerer Stärke entgegenzutreten und einem Menschen in Not zu helfen. (sm)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN