Zwei Mitarbeiterinnen vom Ordnungsamt kontrollieren die Marktstände in der Berliner Straße in der Innenstadt von Gütersloh.Foto: David Inderlied/dpa/dpa

NRW: Gewalt gegen kommunale Ordnungskräfte steigt an

Epoch Times7. August 2021 Aktualisiert: 7. August 2021 13:03
Obwohl zahlreiche Großveranstaltungen nicht stattfinden, steigt die Zahl der Gewalttaten gegen Ordnungskräfte an.

Die Zahl der Gewalttaten gegen kommunale Ordnungskräfte in Nordrhein-Westfalen hat sich im Pandemie-Jahr 2020 fast vervierfacht im Vergleich zu 2019. Das berichtet die „Welt“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf das Landesinnenministerium.

Polizisten und Rettungskräfte wurden auf annähernd hohem Niveau von 2019 attackiert, obwohl zahlreiche Großveranstaltungen wegen der Corona-Krise nicht stattfanden, geht aus Erhebungen des NRW-Innenministeriums hervor, über die die Zeitung berichtet.

Hohe Fallzahl wegen Durchsetzung von Corona-Maßnahmen

Widerstand gegen die Staatsgewalt bereitet den Sicherheitsbehörden zunehmend Sorgen – und der Corona-Ausnahmezustand scheint einen allgemeinen Trend noch zu verschärfen. Nach Erhebungen des NRW-Innenministeriums hat sich die Fallzahl gegen kommunale Ordnungskräfte fast vervierfacht, von 516 im Jahr 2019 auf 1967 im Jahr 2020.

Polizeiintern geht man davon aus, dass vor allem die Kontrolle und Durchsetzung von Corona-Maßnahmen Auslöser für die Konflikte gewesen seien. 2018 lag die Zahl der gemeldeten Gewalttaten gegen Mitarbeiter der Ordnungsämter bei 251, also um die Hälfte weniger als 2019.

Die neuen Zahlen aus NRW scheinen bundesweiten Erfahrungen in den Kommunen zu entsprechen. „Die Corona-Maßnahmen mögen ein verstärkender Faktor sein, weil wir hier in Teilen echte Akzeptanzprobleme bei einzelnen Maßnahmen erleben. Dies ist aber nach unserer Auffassung grundsätzlich eher Ausdruck eines generellen Werteverlustes“, zitiert die „Welt“ den Deutschen Landkreistag in Berlin.

Innenminister Reul: Respekt gegenüber Amtsträgern schwindet

Ein aktuelles Lagebild des Landeskriminalamtes NRW befasst sich speziell mit der Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte. Insgesamt wurden in 18.140 Fällen Polizisten Opfer von Gewalt, wobei knapp 20 Prozent verletzt wurden. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl um 401 Fälle (minus 2,16 Prozent) zurückgegangen. Die Zahl der Ermittlungsverfahren sank von 9.241 auf 8.079 (minus 12,59 Prozent).

Dass die Opferzahlen dennoch hoch bleiben, obwohl Großveranstaltungen wegfielen, wird in der NRW-Polizei als mögliches Zeichen dafür gewertet, dass sie in normalen Zeiten noch höher ausgefallen wäre. 2018 lag die Opferzahl der Beamten noch bei 18.873.

Nach Ansicht von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat diese Entwicklung „auch viel mit schwindendem Respekt gegenüber Amtsträgern in Teilen der Gesellschaft zu tun“. Er werde „nie verstehen, warum man diejenigen angreift, die jeden Tag auf der Straße ihren Kopf für uns hinhalten“.

Statistisch sei 2020 fast jeder zweite Polizeibeamte Opfer von Gewalt geworden. „Die Zahl stagniert leider seit Jahren auf einem viel zu hohen Niveau“, so Reul. Die Strafen für Gewalt gegen Polizisten seien vor einigen Jahren verschärft worden. Es bleibe „allerdings eine große Herausforderung, den Respekt für Polizistinnen und Polizisten sowie alle Einsatzkräfte in der Gesellschaft zu stärken“, so der CDU-Politiker. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion